Starterwohnungen statt Schulsanierung?

Laut einem aktuellen Gutachten würden alleine für die Innensanierung der Dorfschule Henndorf bereits 300.000 Euro anfallen - zu viel für die SPÖ.

Erstellt am 25. März 2021 | 03:56
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Statt der beiden Klassenzimmer, sollen in Henndorf zukünftig Starterwohnungen einer Siedlungsgenossenschaft entstehen.
Foto: David Marousek, David Marousek

Zuletzt wurde es ruhig um die „Dorfschule“ im Ortsteil Henndorf. Zwar stimmte der Gemeinderat im Vorjahr für einen Erhalt der Schule, endgültig entschieden wurde jedoch noch nichts und auch der Gemeinderat tagt am kommenden Montag nicht zu diesem Thema. Zuletzt wurde ein Gutachten erstellt, um die Kosten für eine möglichst günstige Sanierung festzusetzen. Kostenpunkt: rund 300.000 Euro für die Innenanlage, rund 125.000 Euro für die Außenanlage. Zu viel für Peter Mut von der SPÖ Jennersdorf, der nun einen Vorschlag einbringt: „Aufgrund des Ergebnisses des zweiten Gutachtens, das bestätigt, dass mit Kosten von mehr als 300.000 Euro nur allein im Innenbereich zu rechnen sind, haben wir die Initiative ergriffen und uns eine andere Verwendungsmöglichkeit zur Nutzung des Gebäudes überlegt.“ So sei man zum Schluss gekommen, dass „Starterwohnungen“ das richtige Konzept wären. „Es gab diesbezüglich bereits Gespräche mit einer Wohnbaugesellschaft und diese verliefen sehr positiv“, erklärte Mut. Im letzten Mai sammelte die Ortsbevölkerung via Petition Stimmen, um den Erhalt des Schulstandorts zu fixieren. Der Verein „HennSchui“ erarbeitete weiters ein Nachhaltigkeitskonzept und organisierte Planungen durch die Architekten Irmgard Frank und Ernst Halb. Der Freiheitliche Franz Schenk ist verärgert: „Meines Erachtens müssten nur Fenster und Heizung getauscht werden. Das Gutachten basiert auf Empfehlungen, nicht auf dem was nötig ist.“

Dazu Christof Spörk, Mitinitiator des Projektes „HennSchui“ und einer der betroffenen Eltern: „Ich kann nur mehr den Kopf schütteln. Es gibt eine Petition der Henndorfer Bevölkerung, die sich für den Erhalt der Schule ausspricht. Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss zur Sanierung der Volksschule. Es gibt ein detailliert ausgearbeitetes Konzept „HennSchui“. Und jetzt sollen wir Wohnungen an der Bundesstraße bauen? Ich frage mich: Wo sind die Macher in dieser Gemeinde? Wo die Vordenker? Wo die Entscheider? Glaubt tatsächlich irgendwer, dass es zukunftsweisend ist, in einer Stadt mit vielen leer stehenden Wohnungen, zusätzliche Wohnungen an der Bundesstraße zu bauen? Und glaubt man wirklich, dass es billiger wird, wenn die Gemeinde ihr Familiensilber veräußert?“