Kulturzentrum Jennersdorf steht vor Verkauf. Claudio Cocca will das KUZ erwerben. Darüber entscheiden muss der Gemeinderat, der sich vorab nicht festlegen will.

Von Carina Fenz. Erstellt am 21. August 2019 (04:26)
BVZ
Claudio Cocca, Geschäftsführer der Pannonia Projektentwicklung GmbH, will das KUZ kaufen.

Wie bereits berichtete, zeichnet sich eine Lösung für das aktuell gesperrte Kulturzentrum Jennersdorf ab. Die Pannonia Projektentwicklung GmbH und deren Geschäftsführer Claudio Cocca streben an, „den mit dem Hotelgebäude baulich verbundene Saal des ehemaligen KUZ zu erwerben und für diesen die Nutzungsbewilligung über den Gastronomiebetrieb zu erwirken.“ Ein Saal dieser Größe, für Hochzeiten und mittelgroße kulturelle Feste, fehlt aktuell in Jennersdorf.

KUZ-Verkauf und Parkplatzlösung

Gleichzeitig bietet der Raffel-Eigner der Gemeinde ein zentrumsnahes Haus zum Erwerb an, um auf dessen Grund die für das Geschäftsleben im Ortskern dringend erforderlichen Parkplätze zu ermöglichen. Die Pannonia Projektentwicklung GmbH ist bereit für die Übergangszeit, bis zur Errichtung der vom Land angekündigten Mehrzweckhalle, den ehemaligen Saal des KUZ kostengünstig allen die ihn benötigen zur Verfügung zu stellen.

„Langfristig ergibt sich durch diese Neuausrichtung für „den Raffel“ die Rückkehr zu seinen Wurzeln. Als hochwertiger Gastronomie- und Hotelbetrieb mit eigenem Saal wieder zum führenden Werbeträger der Stadt Jennersdorf zu werden“, heißt es dazu von Cocca.

Darüber entscheiden muss allerdings der Gemeinderat, der am Donnerstag (22. August/19 Uhr/Gasthaus Raffel) tagt. Bei Bürgermeister Reinhard Deutsch nachgefragt, ob ein Verkauf wahrscheinlich ist, meint dieser: „Das Thema wird im Gemeinderat offen besprochen. Das Darlegen der JES-Vorstellungen erfolgt in den Ausschüssen und bei der Gemeinderatssitzung“. Die FPÖ „begrüßt die Initiative, die zur Wiedereröffnung des gesperrten Kulturzentrums führt“, will aber einem „vorschnellen Verkauf ohne konkrete Unterlagen nicht zustimmen, vor allem auch, solange es keine Klarheit über eine Veranstaltungshalle als Alternative gibt.“

„Der Verkauf würde der Gemeinde jede Menge Geld ersparen"

Von SPÖ-Gemeinderat Peter Mut heißt es dazu: „Der Verkauf würde der Gemeinde jede Menge Geld ersparen, denn trotz Sperre fallen noch immer Kosten an, trotzdem braucht es eine Lösung für eine langfristig abgesicherte Veranstaltungsmöglichkeit für Vereine.“

Die ÖVP zeigt sich über die Vorgehensweise des Bürgermeisters sehr verwundert. „Binnen drei Tagen, ohne Unterlagen und unter Zeitdruck sollen nun die Gemeinderäte entscheiden? Eine seriöse, transparente Entscheidungsfindung sieht unserer Meinung nach anders aus. Wir wollen kein Projekt verhindern, vielmehr muss mit dem Steuergeld der Gemeinde sorgfältig und durchdacht umgegangen werden“, erklärt Fraktionssprecher Franz Müller.