Produktion für Modekette: Aus Heiligenkreuz in die Welt

Lenzing verarbeitet Stoffabfälle des weltgrößten spanischen Modekonzerns Inditex zu Fasern. „Refibra“ wird in Heiligenkreuz hergestellt.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 15. Februar 2017 | 08:47
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Stefan Doboczky und Robert van de Kerkhof präsentierten die neue Faser „Refibra“.
Foto: BVZ, zVg/Lenzing AG

Kauft man bei „Zara“, kauft man ein Stück Heiligenkreuz. Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing verarbeitet Stoffabfälle des weltgrößten, spanischen Modekonzerns Inditex zu Fasern und diese sogenannten „Refibra“ wird am Standort in Heiligenkreuz produziert. Zu dem spanischen Modekonzern gehören neben Zara auch die Bekleidungsketten Bershka, Massimo Dutti oder Pull&Bear. „Es ist das erste Mal, dass eine Firma wie Inditex überhaupt mit einem Faserhersteller arbeitet“, sagte Lenzing-Vorstand Stefan Doboczky Dienstag in Paris auf der Stoffmesse „Premier Vision“ , wo die neue Faser vorgestellt wurde.

„Refibra“ ist ein Recyclingprodukt aus den Stoffen, die beim Zuschnitt in den Fabriken des spanischen Konzerns abfallen. Diese Verschnitte werden in Heiligenkreuz zu Fasern verarbeitet, aus denen dann wiederum Kleidungsstücke gemacht werden. Auch andere bekannte Marken sollen künftig Bekleidung aus der neuen Lenzing-Faser in ihren Läden haben. „Wir sind mit anderen Marken schon über kommerzielle Verhandlungen hinaus“, kündigte Doboczky an, ohne Namen zu verraten. Die Lyocell-Faser wird unter anderem für die Herstellung von Jeans-Stoffen, Blusenstoffen, Sport-Funktionstextilien und Bettartikel, sowie als Vliesstoff für Hygiene- und Kosmetikartikel verwendet.

Aktuell investiert Lenzing 100 Millionen Euro, 70 davon in den Standort Heiligenkreuz. Durch die Investitionen in die zusätzlichen Produktionskapazitäten werden damit 25 weitere zu den bisher 215 bestehenden Arbeitsplätzen geschaffen. Derzeit erzeugt Lenzing in Heiligenkreuz rund 60.000 Tonnen Fasern im Jahr. Durch die Investition wird die Kapazität auf 90.000 Jahrestonnen steigen.