Rudersdorf: S7-Brückenbau geglückt. Anfang Juli ist der letzte Klappvorgang bei den innovativen S 7-Brücken erfolgreich absolviert worden.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. Juli 2020 (05:34)
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Brückenbau bei Rudersdorf S7
Seit dieser Woche sind alle acht Betonelemente, die für den Bau der Schnellstraße S7 bei Rudersdorf die Lafnitz überspannen, in ihrer Endposition. 
Asfinag

Für die ersten Klappbrücken der Welt ist die wichtigste Bauphase abgeschlossen. Seit dieser Woche sind alle acht Betonelemente, die für den Bau der Schnellstraße S7 bei Rudersdorf die Lafnitz überspannen, in ihrer Endposition, teilt die Autobahngesellschaft ASFINAG mit.

Schneller, kostengünstiger und umweltschonender ist die von der TU Wien entwickelte Brückenbautechnik. Zwei Brücken werden in diesem „Klappverfahren“ errichtet, eine über den Lahnbach, die zweite über die Lafnitz. Am 1. Juli fand der letzte von insgesamt acht Klappvorgängen – pro Brücke sind vier erforderlich – statt. So wie auch bei den vorangegangen verlief die Absenkung der mehr als 180 Tonnen schweren Betonträger für diese insgesamt 117 Meter lange Lafnitzbrücke erfolgreich. Nach knapp vier Stunden waren beide an einem Pfeiler befestigten Träger ausgeklappt. Bis Jahresende werden nun die Fahrbahnplatten hergestellt. Dieser Teil der S 7 – also die beiden Brücken inklusive des Mitteldammes - soll bis Herbst 2021 fertiggestellt sein.

Die Technik – entwickelt von TU-Professor Johann Kollegger – funktioniert ähnlich wie ein Regenschirm.

An beiden Seiten eines Betonpfeilers werden senkrecht Träger montiert, die dann ausgeklappt werden. Die beiden Träger sind oben, direkt über dem Pfeiler, durch ein Gelenk miteinander verbunden. Mit hydraulischen Anlagen wird dieses Gelenk dann langsam abgesenkt, dabei klappen sich die Träger auf beiden Seiten aus. Erst, wenn sie die endgültige Position erreicht haben, werden sie mit Beton ausgegossen.

Bei dieser Methode muss man kein Gerüst errichten. Das verkürzt die Bauzeit und vermeidet vor allem auch größere Eingriffe in die Natur. „Gerade im Gebiet von Lafnitz und Lahnbach war es uns sehr wichtig, so schonend wie nur möglich vorgehen zu können“, sagt ASFINAG-Projektleiter Bernhard Streit zum Projekt.