Tipps vom Experten der Wirtschaftskammer Jennersdorf. Trotz Covid-Krise nahmen die Kammermitglieder um 82 Personen zu. Viele nutzten die Lockdowns für Gedankenspiele.

Von David Marousek. Erstellt am 04. Februar 2021 (04:46)
Katharina Bagdy leitet seit 2017 die Regionalstelle der Wirtschaftskammer Jennersdorf.
WKO

Trotz Lockdown, Maßnahmen und Social Distance, gab es bei der Wirtschaftskammer Jennersdorf einiges zu tun. „Es gab ein verstärktes Aufkommen von Gründungen und Anfragen nach dem ersten Lockdown. Viele haben die Zeit genutzt, um sich Gedanken zu machen, ob sie sich beruflich verändern wollen“, erklärte Katharina Bagdy, Regionalstellenleiterin der Wirtschaftskammer in Jennersdorf.

Die Motive reichen hierbei vom einfachen Jobwechsel, dem Wunsch nach zusätzlichem Einkommen, bis hin zur Selbstständigkeit aus dem Jobverlust heraus.

 Rund 600 Mitglieder im Burgenland zusätzlich

 Im Zeitraum von 31. Dezember 2019 bis Ende 2020 kamen insgesamt 82 Kammermitglieder dazu, wobei hier auch Personenbetreuer zur Statistik zählen. Burgenlandweit kamen rund 600 Kammermitglieder dazu. Normalerweise sind gerade die Sommermonate Juli und August eher ruhig, „im vergangenen Jahr hatten wir aber bis August viel zu tun“.

Viele Anfragen zur Selbstständigkeit kämen aus dem Bereich Handel und Vertrieb, wobei auch viele Dienstleistungen wie Kosmetik oder Energetik nachgefragt sind. Auch Bastler würden sich immer wieder bezüglich Selbstständigkeit erkunden. „Die Flexibilität ist für viele ein Grund, wobei das oft durch Social Media wie Instagram beeinflusst wird“, erklärte Bagdy.

Die freie Zeiteinteilung gäbe es nicht so oft, wie man glaubt. „Da steckt viel harte Arbeit dahinter“, führte die Regionalleiterin weiter aus. Vor allem Jungmütter seien oft daran interessiert, neben der Erziehung etwas Geld zu verdienen. Von den insgesamt 26.640 Kammermitgliedern im Burgenland, waren zum Stichtag 31. Dezember 2020 9.351 männliche Einzelunternehmer und sogar 12.274 weibliche Unternehmerinnen. Wobei bei den Frauen durch die selbstständigen Personenbetreuungen ein hoher Wert erklärt ist. Die restlichen 4.815 Kammermitglieder seien in anderen Rechtsformen, wie einer GmbH, einer KG oder in Vereinen aufgestellt.

 Bagdy: „Viele wollen auch klein wachsen“

 Interessierten Gründerinnen und Gründern hilft die Wirtschaftskammer dabei über Gespräche und Beratung. Wie so etwas im Detail abläuft, erklärt die Regionalstellenleiterin: „Zuerst macht man sich einen Termin mit uns aus. Der Kunde erklärt dann seine Unternehmensidee, wir ordnen das einer Gewerbeberechtigung zu und klären etwaige Betriebsanlagegenehmigungen ab. Weiters werden Steuern, Sozialversicherung und Rechtsform abgeklärt. Dann geht es um Businessplan, Finanzplan und auch mögliche Förderungen. Auch wie man zu Kunden kommt, ist ein Gesprächsthema.“

 Kundengewinnung muss aktuell im Web sein

 Während viele Unternehmen sich noch auf Mundpropaganda und Zusammenkünfte verließen, müssen jetzt laut Bagdy neue Wege gefunden werden: „Es ist mehr denn je wichtig, sich Gedanken über die Zielgruppe zu machen. Jetzt muss man die Präsentation und die Kundengewinnung im Web machen. Jetzt wo viele nicht arbeiten können, muss man schauen, wie man Kunden gewinnt.“