Jennersdorfer Steuerberater rät von neuen Projekten ab

Günter Toth, Steuerberater der Stadtgemeinde, referierte vergangene Woche über die Finanzprognosen der Gemeinde.

Erstellt am 08. Oktober 2020 | 05:29
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Steuerberater Günter Toth erklärte dem Gemeinderat die finanzielle Situation.
Foto: BDO

Die sogenannte „mittelfristige Finanzplanung 2019 bis 2024“ präsentierte Jennersdorfs Steuerberater Günter Toth, früher selbst Bürgermeister in Oberschützen, bei der vergangenen Gemeinderatssitzung. „Wir erleben zurzeit, dass die Gemeinden auf ihre Kernaufgaben zurückgedrängt werden. Ich rate dringend davon ab, neue Projekte zu behandeln und nur Dinge zu erledigen, wo Gefahr im Verzug ist“, erklärte Toth zu Anfang. Bis 2024 prognostiziert er der Stadtgemeinde einen negativer Kassenstand.

Im Finanzplan seien laut Bürgermeister Reinhard Deutsch aktuell nur zwei Projekte vorgesehen: „Wir haben nur die Kampelbrücke und das Gemeindeamt drinnen.“ Die Gemeinde sei jedoch liquide, würde aber für Arbeiten an der Raxerstraße, der Digitalisierung der Pumpstationen und für die Beseitigung von Unwetterschäden einen Kredit aufnehmen.

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Periphere Bereiche vor großem Fragezeichen

Vizebürgermeisterin Gabriele Lechner fragte anschließend an, wie nun mit der Volksschule Henndorf umgegangen werden solle. Toth fasste sich kurz: „Als wirtschaftlicher Experte würde ich sagen, lasst die Kinder doch in Jennersdorf.“

Er hätte in seiner Zeit als Bürgermeister von Oberschützen selbst eine dislozierte Schule gehabt. „So etwas ist momentan schwierig. Alles, was eine Nachnutzung möglich macht, kann aus Eigenmitteln finanziert werden“, führte Toth weiter aus.

Allgemein seien die verstreuten Häuser, Ortschaften und Streusiedlungen schwierig. „Man muss sich in Zukunft überlegen, wie man die Finanzierung von peripheren Bereichen wie Henndorf in Zukunft finanzieren kann“, malte Toth ein düsteres Bild.