Der Bezirk Jennersdorf hat gewählt. Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen. Durchwachsene Stimmung bei den Parteien und Listen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. Oktober 2017 (21:21)
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Wahlurne
Wodicka/NÖN-Archiv

Spannender hätte es wohl kaum sein können, als im Bezirk Jennersdorf. Erst gegen 20 Uhr ist das Bezirksergebnis festgestanden. Grund dafür war ein Rechenfehler in der Stadt Jennersdorf. 16.139 Personen haben am Sonntag im Bezirk einen neuen Gemeinderat gewählt und die Ergebnisse sind durchwachsen. Während die SPÖ im Vergleich zur Gemeinderatswahl 2012 leichte Verluste hinnehmen musste (-2,27 Prozent) ist die Lage bei der ÖVP ein wenig trister.

In Neuhaus am Klausenbach hat die Volkspartei den Bürgermeister eingebüßt, in Königsdorf und Jennersdorf muss die ÖVP in die Stichwahl. Die FPÖ hingegen konnte im Vergleich zu 2012 acht Mandate zulegen (von fünf auf 13), die Grünen haben in der Stadt Jennersdorf, der einzigen Gemeinde in der sie angetreten sind, vier Mandate eingebüßt und haben nur mehr eines. Die SPÖ hingegen freut sich über den Erfolg von Reinhard Mund in Neuhaus am Klausenbach, der ÖVP-Langzeitbürgermeister Helmut Sampt ablöst. „Ich bewerte das Ergebnis als sehr positiv, einen Bürgermeister gewonnen und in Königsdorf in die Stichwahl gekommen“, sagt SPÖ-Bezirksvorsitzender Ewald Schnecker, der aber auch nicht mit Selbstkritik spart.

„In meine Heimatgemeinde Rudersdorf hätte ich mir schon erhofft, in die Stichwahl zu kommen. Mein Ziel war ein anderes. Auch den Verlust des Vizebürgermeisters in Weichselbaum betrachte ich als weniger positiv.“

Die FPÖ hingegen ist vom Wahlausgang mehr als begeistert. „Plus acht Mandate sagt viel aus. Vor allem der Erfolg in der Stadt Jennersdorf (+4 Mandate) ist als großer Erfolg anzusehen. Wir haben bewiesen, dass wir sehr gute Arbeit leisten und wurden dafür belohnt. Unser Ziel ist es jetzt, unsere Wähler und alle Bürger davon zu übezeugen, dass wir für unsere Wahlkampfversprechen eintreten und weiterhin bürgernahe Politik machen“, sagt FPÖ-Bezirksparteivorsitzende Petra Wagner.

Weniger gut war die Stimmung am Wahlabend bei ÖVP-Bezirksvorsitzendem Bernhard Hirczy. Er selbst muss am 29. Oktober gegen Reinhard Deutsch (Liste JES) in Jennersdorf in die Stichwahl. „Persönlich ist das Ergebnis eine Niederlage, die weg tut, aber mit 41 Prozent in die Stichwahl zu gehen stimmen mich positiv“, so Hirczy.

Auch der Verlust des Neuhauser Bürgermeistersessels und die Stichwahl in Königsdorf schmerzen dem ÖVP-Bezirkschef sehr. „Als erstes gilt es allen Kandidaten, die sich der Wahl stellten zu danken und allen Wählern für das geschenkte Vertrauen zu danken. Natürlich ist der Verlust des Bürgermeistersessels in Neuhaus schmerzlich, dennoch hat Helmut Sampt über viele Jahre hinweg gezeigt, dass sein Einsatz für Neuhaus am Klausenbach der richtige Weg war.

In Königsdorf wünsche ich Dieter Wirth für die Stichwahl alles Gute und bin überzeugt davon, dass er diese auch für sich entscheiden wird.“ Die ÖVP hat allerdings nicht nur mit Schattenseiten zu kämpfen, sondern kann auch positives aus der Wahl mitnehmen. „Der Vizebürgermeister in Eltendorf ist uns sicher und auch  Manuel Weber und das Team in Rudersdorf haben bewiesen, dass sie einen erfolgreichen Weg fortsetzten werden. Ebenso der Wahlerfolg von Willi Herbst, der den Vizebürgermeister in Weichselbaum holte, ist eine Bestätitigung seiner Arbeit. Besonders glücklich sind wir auch über ein Mandat mehr von Michaela Pumm in Heiligenkreuz“, meint Hirczy.