Jennersdorfer ÖVP-Bezirksparteiobmann: „Wir haben 95 Prozent Türkise“

Erstellt am 21. Januar 2022 | 06:01
Lesezeit: 4 Min
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Bundesrat Bernhard Hirczy will mit seiner ÖVP bei der anstehenden Gemeinderatswahl Zugewinne feiern.
Foto: David Marousek
ÖVP-Bezirksparteiobmann Bernhard Hirczy über die anstehende Gemeinderatswahl, die Spannungen in der Bundesregierung und mögliche Parallelen zu Sebastian Kurz.
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Der Jennersdorfer ist seit Februar 2020 Bundesrat und war zuvor für fünf Jahre im Burgenländischen Landtag. Bernhard Hirczy ist unter anderem Bereichssprecher für Landesverteidigung, sowie im Lehrlings- und Arbeitsausschuss und dem EU-Ausschuss vertreten.

BVZ: Mit welchen Themen will die ÖVP in diesem Wahljahr punkten?
Bernhard Hirczy:
„Die ÖVP ist immer der klassische Ansprechpartner vor Ort, wir sind in den Gemeinden für die Menschen da. Deshalb sind wir intensiv da, um geeignete Kandidaten zu finden, um auf jede Gemeinde angepasste Themen zu fixieren. Unser Ziel ist es, in allen Gemeinden anzutreten.“

Wo rechnet man sich die größten Chancen aus?
Hirczy:
„Wir wollen in allen Gemeinden dazugewinnen. Wenn sich die ein oder andere positive Überraschung ergibt, dann freuen wir uns als Bezirkspartei.“

Wer wird in Jennersdorf an den Start gehen?
Hirczy:
„Gabi Lechner hat die Verantwortung übernommen und ist gerade jetzt dabei, geeignete Personen für die ÖVP-Liste zu finden und mit diesen Menschen wird dann auch der Spitzenkandidat fixiert. Gabi ist aktiv in Jennersdorf unterwegs, geht auf die Menschen zu und wird ein neues Team formen sowie ihre Ideen für Jennersdorf fristgerecht präsentieren.“

Im Jennersdorfer Gemeinderat verfolgen ÖVP und FPÖ des Öfteren ähnliche Anliegen. Wäre das auch nach einem ÖVP-Erfolg bei der Wahl noch so?
Hirczy:
„Damit habe ich eigentlich nichts mehr zu tun, aber die Gesprächsbereitschaft gibt es in alle Richtungen. Ich gehe mit Johann Deutsch Karten spielen, mit Franz Schenk auf ein Bier und rede auch mit Reinhard Deutsch am Gemeindeamt. Ich sehe nicht, wieso ich nicht mit allen reden sollte, auch wenn dann der Spitzenkandidat oder die Spitzenkandidatin die Entscheidung treffen wird.“

Auch die ÖVP hat „ältere“ Bürgermeister im Bezirk, wie steht es um den Parteinachwuchs?
Hirczy:
„Es gibt neue Mitglieder. Wir werden die Junge ÖVP auf neue Beine stellen, auch dort gibt es neue Mitglieder. Langjährige Bürgermeister wissen selbst, ob sie noch einmal antreten oder einen Nachfolger haben. Über unsere Online-Formate haben wir neue Mitglieder bekommen, auch auf Veranstaltungen gab es das ein oder andere Gespräch. Jetzt sind uns vor allem interessierte Menschen, in einer spannenden Zeit, beigetreten.“

Wie hat man auf Bezirksebene die Umstrukturierungen in der Bundesregierung in den letzten Monaten erlebt?
Hirczy:
„Das haben wir natürlich mitbekommen, es hat viel mehr Telefonate gegeben. Wir hatten eine Strategiesitzung, da konnten sich alle zwölf Gemeinden einbringen. Diese Meinung habe ich dann im Bundesklub für den Bezirk entsprechend weitergegeben. Es gab kritische und loyale Stimmen für Sebastian Kurz.“

Wie ist hier die Lage in der ÖVP. Gibt es mehr „Schwarze“ oder „Türkise“?
Hirczy:
„Ich glaube, wir haben rund 95 Prozent ‚Türkise‘ und ich merke, dass Karl Nehammer es innerhalb weniger Tage mit seiner Ruhe geschafft hat, sämtliche Parteimitglieder auf seine Seite zu holen.

Gibt es Parallelen von Sebastian Kurz zu Bernhard Hirczy?
Hirczy:
„Das hat Christof Spörk [Anm. Kabarettist wohnhaft in Henndorf] schon einmal behauptet. Wir waren eigentlich von Anfang an Freunde, jch kenne Sebastian seit 2010. Ich würde aber behaupten, es gibt keine Parallelen, weil Sebastian in einer ganz anderen Liga gespielt hat. Bei ihm ging die Reise zum Bundeskanzler, bei mir wo anders hin. Über die Bundesratfunktion habe ich aber einen extrem coolen Einblick in die Politik bekommen und das ist ein super Netzwerk. Auch mit Bundeskanzler Karl Nehammer bin ich seit 2014 im engsten Kontakt.“

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