Jennersdorf: Angeklagter bestreitet Rauferei mit Messer

Ein Serbe soll im Bezirk Jennersdorf zwei Messer gezückt und einen Mann mit einer Holzstaffel verletzt haben. Er bestreitet alles.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:16
Symbolbild Gerichtssaal
Symbolbild Gerichtssaal
Foto: shutterstock.com/Nirat.pix

„Da ist ja Streit vorprogrammiert!“, stellte Richterin Birgit Falb angesichts des Szenarios fest.

Am 10. April 2021 war die Polizei zu einer Auseinandersetzung im Bezirk Jennersdorf gerufen worden. Zwischen den Bewohnern zweier Wohneinheiten in einem Haus mit gemeinsamem Eingang war ein Streit ausgebrochen.

Angeklagt wurde ein 48-jähriger Serbe, der in einer Haushälfte Renovierungsarbeiten für seine Schwester, der Besitzerin dieses Hausteils, durchführte. Er soll die Bewohnerin der anderen Haushälfte, deren Lebensgefährten und die Söhne der Frau mit Messern bedroht und einen der Söhne mit einer Holzstaffel geschlagen haben, wobei dieser einen Rippenbruch erlitten haben soll.

„Sie wollen, dass ich dort verschwinde!“

„Probleme hat es immer gegeben“, sagte der Angeklagte. „Bis zum Bürgermeister ging der Streit!“ Am Tag des Vorfalls hatte er Werkzeug beim Eingang abgelegt, die Nachbarin habe dieses auf den Weg vor dem Haus „geschmissen“. „Ich fragte, ob sie total spinnt“, berichtete der Angeklagte. „Sie sagte ein paar Sachen, ich auch.“

Später seien die Söhne der Bewohnerin gekommen. „Der Große sagte: Wie redest du mit meiner Mutter?“, erinnerte sich der Angeklagte. Dann habe es eine Rangelei gegeben, er sei von den Brüdern getreten worden. „Der Funkspruch bei der Polizei lautete damals: Raufhandel mit Messer“, erwähnte die Richterin. „Waren Messer im Spiel?“ „Das ist eine Behauptung, um mich noch mehr zu belasten“, erwiderte der Angeklagte.

„Ich bin gleich in die Knie gegangen“

„Sie wollen, dass ich dort verschwinde!“, behauptete der 48-Jährige. „Stromkasten, Dachrinne, Kanal, das kostet sie Länge mal Breite. Ich will, dass sie das erneuern.“

„Ich wollte nur reingehen, da hat er mich mit der Latte erwischt“, berichtete der 54-jährige Sohn der Hausbewohnerin. „Ich bin gleich in die Knie gegangen. Eine Rippe war gebrochen.“

Der Lebensgefährte seiner Mutter habe geschrien: „Pass auf! Er läuft mit einem Messer heraus“, so der 54-Jährige. Und er erinnerte sich: „Er hatte zwei Messer in der Hand. Ich glaube, es waren Fleischmesser.

“Er habe sich in einem Nebengebäude versteckt, sein Bruder sei ins Haus gelaufen und der Lebensgefährte seiner Mutter habe die Polizei gerufen. Der Prozesstermin wurde vorerst vertagt.