Neuhaus: Arzt bevorzugt alte Praxis

Der neue Allgemeinmediziner Paul Fink zieht doch nicht in das Gebäude des betreuten Wohnens, sondern übernimmt vorerst die alte Praxis von Doktor Karl Schäfer.

Erstellt am 05. August 2021 | 05:35
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Allgemeinmediziner Paul Fink wird vorerst in die alte Praxis von Karl Schäfer siedeln und will später selbst baulich aktiv werden.
Foto: Fink

Eigentlich war alles schon geregelt. In der Einrichtung des „betreuten Wohnens“ in Neuhaus sollte Allgemeinmediziner Paul Fink seinen Platz finden. Die Umbauarbeiten mit der OSG waren besprochen, eine Mieterin erklärte sich bereit, ihre Wohnung zu tauschen. Daraus wird jetzt aber nichts, denn Fink will den aufgerufenen Mietpreis nicht zahlen. „Das war eigentlich geplant, aber daraus wird jetzt nichts“, erklärte Fink.

Grazer Innenstadt sei günstiger als Angebot

Die Miete sei laut dem Steirer „viel zu viel.“ Via „willhaben.at“ habe er unter anderem Preise verglichen und sei zum Schluss gekommen, dass es für ihn zu teuer sei: „Beste Lage in der Grazer Innenstadt wäre immer noch wesentlicher günstiger gewesen, als das Angebot.“ OSG-Obmann Alfred Kollar dazu: „Ich kann die Kosten nicht wegzaubern. Es geht um den Umbau von drei Wohnungen zu einer Praxis, die natürlich auch alle gekostet haben. Um 8,36 Euro pro Quadratmeter ohne Nebenkosten, wünsche ich ihm viel Glück bei der Suche. Es ist natürlich schade, dass das jetzt nicht zustande kommt. Die Lage wäre für mich direkt neben dem Altenheim nämlich sehr gut gewesen.“

Vorerst Platz in der alten Praxis gefunden

Neuhaus-Bürgermeister Reinhard Jud-Mund kann jedoch beruhigen: „Er bleibt in der Gemeinde, vorerst in der alten Ordination von Karl Schäfer. Wichtig ist, dass er ab 1. Oktober bei uns ist.“ Die Gemeinde hätte sich bereit erklärt, ihn finanziell zu unterstützen, das lehnte der Mediziner jedoch ab. Vizebürgermeisterin Monika Pock dazu: „Den Gedanken das vorerst mit der alten Praxis zu machen, hatten wir immer schon , aber nie getraut ihn uns vorzuschlagen, aber jetzt machte er diesen tollen Vorschlag von sich aus.“

„Beste Lage in der Grazer Innenstadt wäre immer noch wesentlicher günstiger gewesen, als das Angebot.“ Allgemeinmediziner Paul Fink zum Mietangebot.

Für Pock sei das der Idealfall, da sich die Gemeinde nun die Kosten für die Praxis nun teilweise erspare und der Mediziner dann selbst bauen würde. Auch Fink selbst freut sich auf seinen ersten Arbeitstag im Oktober: „Am Donnerstag haben wir ein Treffen vor Ort bei der Praxis. Das wird für die nächsten Jahre meine Ordination. Langfristig ist es für mich aber sinnvoller, etwas selber zu bauen.“ Von Oktober bis Jahresende wird Fink noch gemeinsam mit Mediziner Karl Schäfer ordinieren. Nach dieser Übergangsregelung wird Paul Fink ab 1. Jänner 2022 nur noch selbst tätig sein. In naher Zukunft will er auch wohnlich in der näheren Umgebung von Neuhaus am Klausenbach bleiben.