Die letzte grüne Wiese in Jennersdorf

Der Hochwasserschutz soll nicht unter den Bauplänen der OSG leiden.

Erstellt am 04. November 2021 | 05:28
Die letzte grüne Wiese
Vor 30 Jahren wurde die OSG das erste Mal in der Hans-Ponstingl-Gasse tätig.
Foto: Marousek

Die Hans-Ponstingl-Gasse, benannt nach dem Mundartdichter aus Jennersdorf, hatte es in den letzten Jahren nicht immer leicht. Zugesetzt hatten den Anrainern dort vor allem heftige Regenniederschläge, bei denen zahlreiche Keller überschwemmt wurden. Dass die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft nun auf der gegenüberliegenden Seite weitere Wohnungen bauen möchte, dem letzten „grünen Platzerl“ dort, stößt einigen Anrainern sauer auf.

„Ich verstehe das nicht. Das Wasser steht hier immer, warum muss man gerade in dieser Wiese bauen? Es ist das letzte Grasstück“, ärgert sich Manfred Deutsch, wohnhaft in der Hans-Ponstingl-Gasse. Sein Wohnblock liege etwas tiefer und würde bei jeder Hochwassersituation „schwimmen.“ Aufmerksam wurde er durch das neu aufgestellte Bauschild. „Ich habe plötzlich die Tafel gesehen und drei andere Anrainer haben sich auch gefragt, was das soll“, so Deutsch.

Kollar: „Nehme das nicht auf die leichte Schulter“

Die besagte „Wiese“ ist jedoch Bauland und somit für jeden zur Bebauung freigegeben. OSG-Präsident Alfred Kollar versucht zu beruhigen: „Wir sind bei diesem Projekt noch komplett im Anfangsstadium. Aktuell haben wir als OSG keine freien, kleinen Wohnungen in Jennersdorf. Die frühestmögliche Fertigstellung wäre im Sommer 2023 und bis dahin könnten wir nichts für junge Leute anbieten.“

Angesprochen auf die Hochwassersituation erklärt Kollar: „Es waren immer schnell Arbeiter von uns vor Ort und auch ich habe mir die Situation angesehen. Ich nehme das Thema nicht auf die leichte Schulter. All das fließt in die Planungen ein. Die Gemeinde und wir nehmen das sehr ernst.“
Bei der Gemeinderatssitzung in den nächsten 14 Tagen soll der Hochwasserschutz der Hans-Ponstingl-Gasse und Schulstraße ein Thema werden.

„Es gibt Simulationen, das Ganze wird nicht einfach und bis zu 620.000 Euro laut Schätzungen kosten. Wenn alles erledigt ist, dann kommt das Wasser gar nicht mehr so weit, sondern wird abgefangen und kontrolliert abgeleitet“, erklärt Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES). Nicht ein großes Becken, sondern mehrere Maßnahmen sollen endlich für Ruhe sorgen. „Wir wollen das Projekt so schnell wie möglich starten“, ergänzt Deutsch.