Disput um Biomassekraftwerk. Der frühere Eigentümer, die Energie Burgenland, kann die drohende Schließung nicht nachvollziehen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 11. Dezember 2019 (04:14)
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Die Energie Burgenland Biomasse GmbH & Co KG hat das Biomassekraftwerk in Heiligenkreuz vor einem Jahr verkauft. Von der Energie Burgenland Biomasse GmbH & Co KG wurde das Biomassekraftwerk seit 2006 betrieben.
Energie 42

Wie die BVZ berichtete, droht der Betreiber des Biomasseheizkraftwerks, die Energie 42, den Standort zu schließen. Als Grund wird ein fehlendes neues Fördergesetz für Strom aus Biomasse im Burgenland genannt. Beim früheren Eigentümer, der Energie Burgenland, kann man dies nicht nachvollziehen.

Eine Ökostromförderung über den 16. Mai 2019 hinaus, sei für den Käufer während den Verkaufsverhandlungen „nie ein Thema“ und auch nie eine Geschäftsgrundlage gewesen. „Der Käufer hat ein anderes Konzept verfolgt, das nicht auf die Ökostromförderung aufgebaut war“, so Energie Burgenland-Vorstandsvorsitzender Michael Gerbavsits. Beim Eigentümerwechsel habe es auch zwei andere Interessenten gegeben. „Ein Interessent hat uns schon mitgeteilt, dass weiter Interesse an der Übernahme des Werkes besteht, das Konzept liege griffbereit.

Die Energie Burgenland kann sich eine Kooperation im Bereich Wärme vorstellen“, so Gerbavsits, der den betroffenen Mitarbeitern im Fall einer Schließung Arbeitsplätze anbietet. Peter Beisteiner, Geschäftsführer der Energie 42, bleibt hingegen bei seiner Drohung, das Werk in Heiligenkreuz zu schließen und die 18 Mitarbeiter noch vor Weihnachten zur Kündigung beim AMS anzumelden, sollte das Land nicht reagieren. Als privater Investor habe man den Standort Heiligenkreuz mit Investitionen von rund einer Million Euro erneuert und damit gerettet. Die Energie Burgenland hätte das Werk abgewrackt, wenn es nicht von Energie 42 übernommen worden wäre, argumentierte Beisteiner. „Im Burgenland hat man die Frist für das neue Gesetz verschlafen und schiebt den schwarzen Peter nun der EU zu. Ohne Biomasse wird das Land die Klima-Ziele nicht erreichen und ohne den Standort Heiligenkreuz würde ein wichtiges Standbein zur Stromversorgung des Südburgenlandes wegfallen“, so Beisteiner.

Dass die Länder nun drei Jahre bei der Förderung für Strom aus Biomasse einspringen sollen, sieht wiederum die SPÖ Burgenland kritisch: Das würde eine Mehrbelastung von mehr als zwölf Millionen Euro - mindestens rund 4,3 Millionen im Jahr - bedeuten und stehe nicht dafür, hatte kürzlich SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst festgestellt.