„Motorradtouristen“ verärgern Jägerschaft. Seit Jahren komme es laut Jagdleiter Franz Sitzwohl zu Problemen. Einem Kollegen wurde sogar der Seitenspiegel abgetreten.

Von David Marousek. Erstellt am 05. November 2020 (06:25)

Eigentlich sind die heimischen Wälder ein Gebiet der Erholung. Gerade jetzt im Herbst, finden sich viele Schwammerlsucher zwischen den Bäumen. Seit ein paar Jahren ist diese Stille für Mensch und Wildtier jedoch getrübt. Jagdleiter Franz Sitzwohl ärgert sich aktuell über sogenannte „Motorradtouristen“.

Unterwegs mit Helm, aber ohne Kennzeichen

Die Wälder und Lichtungen rund um Jennersdorf und Ortsteil Henndorf, sind zur Zeit ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer. „Seit sieben Jahren spielt sich das jetzt schon ab“, erklärt Sitzwohl. Das Fahren im Wald sei nicht einmal erlaubt. „Man darf im Wald nicht mit dem Motocross fahren. Die Polizei hat jedoch gar keine Handhabe, weil die Grundbesitzer anzeigen müssen“, fasste Sitzwohl zusammen.

Eine Identitätsfeststellung fällt aufgrund von Helmen und abgenommenen Kennzeichen jedoch schwer. „Ich wollte schon mit den Fahrern reden, aber sie wollen einfach nicht. Denen geht es nicht um das Fahren, sondern um den Spaß, uns davonzufahren“, erklärte der Jagdleiter.

Zwischenfall bei einem Anhalteversuch

Ein Kollege habe die Fahrer schon einmal auf frischer Tat ertappt. Aus seinem Auto heraus, wollte er die Motorradfahrer zur Rede stellen. Diese hätten ihn jedoch ignoriert und bei der Flucht den Seitenspiegel des Autos abgetreten. „Die Behörden machen hier nichts, es gehört da einfach kontrolliert“, erklärte Sitzwohl. Die Fahrer seien oft auch gar nicht von hier, sondern würden sich über einen ehemaligen Jennersdorfer in einer privaten Facebookgruppe zum Fahren verabreden.

Schaden für Wild und Wald entsteht dabei

Doch nicht nur persönlich ist der Jagdleiter verärgert über die privaten Zweiradtouren in den Wäldern, auch seine Rolle als Jäger wird deutlich erschwert: „Zum Beispiel kommen die Wildschweine jetzt später heraus. Wir sollen Wildschweine schießen, können das jedoch aufgrund der Dunkelheit nicht mehr. Nachtsichtgeräte sind ja verboten. Wenn jetzt ein Wildschaden passiert, dann muss ich den ersetzen.“ Es könne nicht sein, dass „wir die ganze Natur nur für uns nutzen“.

Gemeinde überlegt Belohnung auszusetzen

Auch seitens der Stadtgemeinde Jennersdorf ist man verärgert über die Vorfälle. „Wir wollen darauf hinweisen, dass wir eine Naturparkgemeinde sind“, erklärte Bürgermeister Reinhard Deutsch. Die Vorfälle würden ab sofort „rigoros nachverfolgt“ werden.

Auch eine Belohnung für erfolgreiche Hinweise soll laut Deutsch im Raum stehen. „Wir ersuchen die Bevölkerung nach Hinweisen“, hofft Deutsch auf Rückmeldungen.