Boxmark hat 180 Mitarbeiter abgezogen . Boxmark zieht mehr als die Hälfte der Belegschaft nach Feldbach ab, Maschinen werden nach Mexiko gebracht. Stadt entgehen 240.000 Euro Kommunalsteuer.

Von Carina Fenz. Erstellt am 22. November 2017 (05:43)
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Zu Beginn des Jahres waren rund 300 Mitarbeiter in Jennersdorf beschäftigt, bis Jahresende sind es nur noch 120 Mitarbeiter.
BVZ, Archiv

Anfang September waren es rund 40 Mitarbeiter, die von Boxmark Jennersdorf nach Feldbach abgezogen wurden. Rund zwei Monate später arbeiten von ursprünglichen 300 Mitarbeitern nur mehr rund 120 in Jennersdorf, 180 sind bereits nach Feldbach übersiedelt.

Gekündigt wurden noch keine Mitarbeiter, „da in den Arbeitsverträgen beide Standorte als Arbeitsplatz verankert sind. Mitarbeitern, die nicht nach Feldbach wollten, wurde aber eine einvernehmliche Kündigung angeboten“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Reinhard Mund, der den Standort Jennersdorf jetzt längerfristig in Gefahr sieht, auch wenn das Unternehmen dementiert. Der Konzern ist derzeit dabei, die Zurichtung ins Werk nach Feldbach zu verlegen. „Teile der Maschinen werden jetzt sogar nach Mexiko transportiert, wo Boxmark 2018 einen neuen Betrieb aufnimmt“, so Mund.

Wasser- und Klärwerk bleiben in Jennersdorf

Als Grund gibt das Unternehmen an, dass „mit den Änderungen eine Konzentration von fertigungstechnischen Kompetenzen angestrebt wird, beziehungsweise zwischen den Standorten Feldbach und Jennersdorf erreicht werden soll.“ Durch diese Maßnahme soll die auftragsbezogene Reaktionsfähigkeit und Vertriebslogistik gegenüber den Kunden optimiert werden. Dies diene auch der weiteren Standortsicherung, Wasserwerk und Klärwerk sollen am Standort Jennersdorf erhalten bleibe. „Die Informationen seitens des Unternehmens sind undurchsichtig. Fest steht aber, dass die Aufträge deutlich weniger sind“, sagt Mund.

Für die Stadt Jennersdorf hat die Teilabsiedlung Boxmarks gravierende finanzielle Folgen. Die Einnahmen aus der Kommunalsteuer könnten um bis zu 240.000 Euro pro Jahr sinken. „Für die finanzielle Lage der Gemeinde ist der Abzug von 180 Mitarbeitern eine Katastrophe. Wir werden versuchen, das Gespräch mit dem Unternehmen zu suchen“, sagt Bürgermeister Reinhard Deutsch.