Faschingsumzug macht weiterhin Probleme. Laut Polizei gab es deutlich mehr Anzeigen, als im letzten Jahr. Bürgermeister Deutsch will alles analysieren.

Von David Marousek. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:08)
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Von den Temperaturen her, hätte der Faschingsumzug des UFC Jennersdorf nicht besser fallen können. Das merkte man auch beim Besucherandrang, denn schon beim Start um 13.30 war ein Großteil der Teilnehmer präsent. Insgesamt 14 Wägen und ganze 18 Fußgruppen sorgten für Stimmung in Jennersdorf. „Es waren angeblich über 3.000 Besucher, nach ersten Zählungen, also mehr als im letzten Jahr“, erklärte Polizeiinspektionschef Gerald Bogner. Laut dem Beamten sei es in diesem Jahr zu „sehr vielen Sachbeschädigungen“ gekommen. „Das waren sicher mehr als vergangenes Jahr“, erklärte Bogner im Gespräch mit der BVZ.

Rotes Kreuz: „Stressig, aber nicht ausgeartet.“

Für Dienststellenleiter Chris Janics, war der Ablauf des Umzugs größtenteils zufriedenstellend: „Wir waren als Team super aufgestellt. Es waren insgesamt drei Fahrzeuge vor Ort und neun Sanitäter im Einsatz.“ Am gesamten Einsatztag hätte es 15 Alarmierungen gegeben und sechs Abtransporte. „Verhältnismäßig war es schon mehr, aber aufgrund des Wetters haben wir damit gerechnet. Es war zwar zwischendurch stressig, aber es ist nicht ausgeartet. Zwischendurch ging das Gerücht um, dass jemand ertrunken sei. Das stellte sich jedoch als Falschmeldung heraus.

Deutsch kündigt Gespräche an

Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES) führte bereits Gespräche mit den Blaulichtorganisationen und dem Veranstalter. „Wir werden uns da aber in zwei bis drei Wochen alle zusammensetzen. Den Umzug haben wir aus dem Stadtkern etwas rausgebracht, das war das Ziel“, fasste Deutsch zusammen. Es war die Premiere der neuen Endroute in Richtung Freizeitzentrum und Gernot-Arena. Der Weg führte dabei auch bei den Eislaufplätzen vorbei, bei denen aber vorsichtshalber das Wasser abgelassen wurde. „Damit nichts passiert“, erklärte Deutsch.

Veranstalter zieht zufrieden Resümee

Zufrieden zeigte sich Kevin Gumhold, Veranstalter vom UFC Jennersdorf: „Ich war bis zum Schluss. Das Stadtzentrum ist komplett sauber, es gab am Sonntag noch eine Müllspur beim Freizeitzentrum, aber auch die wird weggeräumt.“ Die Verlagerung aus der Mitte der Stadt, sei positiv zu sehen, auch wenn es bestimmt noch Optimierungsbedarf gebe. „Vielleicht wäre es besser, wenn wir bei Tageslicht in Richtung Freizeitzentrum fahren“, erklärte Gumhold. Negativ fiel ihm nur der hohe Alkoholkonsum einiger Teilnehmer, bereits bei Beginn der Veranstaltung auf. „Da müssen wir noch diskutieren, ob wir da nicht etwas ändern können, weil einfach so viele schon sehr rauschig herkommen. Mehr Besucher bedeutet leider auch mehr Alkoholleichen“, fasste Gumhold zusammen. Eine Fortsetzung des Faschingsumzugs im nächsten Jahr wird diskutiert.

Einen kritischen Seitenhieb konnte sich auch der ehemalige UFC-Obmann Rudolf Smolej, der nicht verkneifen. „Was bei der Schnapsidee rauskommt, einen Umzug auf Freilandstraßen und neben dem Rückhaltebecken vorbeizuführen, haben wir gesehen. Ich habe vor einer Verlegung hinaus ins Freizeitzentrum gewarnt, weil die Route nicht mehr kontrollierbar ist und ich hatte Sorge um die Sicherheit der Teilnehmer.“