Fische in Raab bedroht. Pächter Christian Horvath sorgt sich um die Fische in der Raab. „Illegaler Schwellbetrieb“ soll der Grund für bereits zwei Fischsterben sein. Der Verursacher ist noch unklar.

Von David Marousek. Erstellt am 18. Juni 2020 (05:05)
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Lokalaugenschein. Christian Horvath ist der Pächter der Raab. Seit längerem sind ihm Unregelmäßigkeiten bei den Messergebnissen ein Dorn im Auge.
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Irgendetwas ist laut Christian Horvath, dem Pächter der Fischereigewässer in der Raab, faul: „Immer wieder kommt es zu seltsamen Ergebnissen.“ Damit meint der Raxer die Hydrographie-Daten des burgenländischen Wasserportals. Mehrmals tauchen plötzlich „Null-Stellen“ in den Messergebnissen auf, obwohl eigentlich eine annähernde Gleichmäßigkeit herrschen sollte, solange es nicht regnet. „Am besten erkennt man es, wenn es so trockene Zeiten wie zuletzt sind. Da kann man richtig ein Muster erkennen“, erklärt Horvath. Entlang der Raab gibt es in Neumarkt ein Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung, in der nahen Steiermark gleich vier. Der Fischer vermutet, dass eines der Kraftwerke „Schwellbetrieb“ praktiziert. Dabei würde das Wasser künstlich aufgestaut werden und zu einem wirtschaftlich günstigen Zeitpunkt, also sobald der Strompreis höher ist, durch die Turbinen gejagt.

„Wenn nur wenig Wasser fließt, dann ist das extrem unwirtschaftlich. Es braucht für diese Turbinen einen gewissen Wirkungsgrad“, erklärt Horvath. Welches Kraftwerk genau für diese Vorfälle verantwortlich sein soll, lässt sich noch nicht genau ermitteln.

Der Pächter der Fischereigründe entlang der Raab hat diese Vorgehensweise jedoch bereits im Oktober angezeigt. Den steirischen und burgenländischen Behörden würde er auch laufend alle Vorfälle dokumentieren. Für die Fischpopulation der Raab hätte dies zum Teil katastrophale Auswirkungen. Bereits zwei Mal sei es zu einem Fischsterben gekommen. „Durch das plötzliche Absinken des Wassers kommen sie in eine regelrechte Fischfalle und ersticken dort.“ Horvath appelliert an die Bevölkerung: „Es wäre wichtig, dass möglichst viele Leute auf das Problem aufmerksam werden. Es ist ganz einfach, die Daten zu kontrollieren.“

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