Flugblatt sorgte für Frust bei Baumarkt

Eine österreichweite Lebensmittelkette verkauft aktuell auch „Nonfood-Produkte“. Das ärgert einen heimischen Betrieb aus Jennersdorf.

Erstellt am 21. Januar 2021 | 05:24
Symbolbild Flugblätter Flugblatt
Symbolbild
Foto: NINUN/Shutterstock.com

Der Jennersdorfer Unternehmer Thomas Niederer ärgerte sich, als er in der vergangenen Woche ein Flugblatt einer Lebensmittelhandelskette im Briefkasten fand, indem Heimwerkerutensilien zum Kauf angeboten wurden. „Da wird verkauft und wir müssen zu haben. Wir wollen unsere Arbeitsplätze bewahren, aber so werden wir umgebracht“, ärgert sich Niederer. In jedem Lockdown habe man nach eigenen Aussagen rund 60 Prozent Umsatzentgang erlitten. Zwar könne das Bauunternehmen in Sankt Martin wieder öffnen, der Baubedarf in Jennersdorf müsse aber zu bleiben. „Wir haben versucht, mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen, das ganze hat aber nur genau zwei Tage gehalten“, ärgerte sich der Unternehmer.

Kritik gab es auch an der Wirtschaftskammer, die untätig bleiben würde. Katharina Bagdy, Leiterin der Regionalstelle in Jennersdorf, zeigte Verständnis für den Ärger: „Ich verstehe das Problem, aber kann es regional nicht lösen. Wir versuchen stets einen Interessensausgleich zwischen den Branchen zu schaffen und uns mit den Funktionären an einen Tisch zu setzen. Am Ende ist es aber eine Konsumentenentscheidung.“ Bereits Mitte November schlossen sich mehrere Lebensmittelhändler zusammen und gingen mit einem gemeinsamen Statement an die Öffentlichkeit.

„In der aktuell herausfordernden Situation, die bereits reduzierten Einkaufsmöglichkeiten noch weiter zu beschränken, wäre nicht im Interesse der Kundinnen und Kunden“, hieß es unter anderem. Wettbewerbsbeschränkungen durch den Gesundheitsminister seien laut Einschätzung der Händler „verfassungswidrig“. Außerdem wolle man das „Monopol von ausländischen Internet-Giganten verhindern.“