Gefahr im Verzug: Events im KUZ abgesagt. Im Kulturzentrum können bis auf Weiteres keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Das Gebäude wurde aufgrund von Mängeln im Elektrizitätssystem gesperrt.

Von Carina Fenz. Erstellt am 05. Dezember 2018 (04:27)
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Das KUZ Jennersdorf ist mehr als 40 Jahre alt. Jetzt wird über die Zukunft des Gebäudes diskutiert. Auch ein Privatverkauf steht im Raum.
zVg

Bis auf Weiteres bleiben die Türen im Kulturzentrum geschlossen. Bürgermeister Reinhard Deutsch hat in seiner Funktion als Baubehörde das Gebäude — das seit 2013 im Besitz der Gemeinde steht — sperren lassen.

Grund für die Sperre ist das desolate Elektrizitätssystem

 Laut einem Gutachten entspricht die Stromversorgung nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Es besteht „Gefahr im Verzug“, begründet Bürgermeister Reinhard Deutsch. Auch der Brandschutz des Gebäudes sei ebenfalls nicht mehr genügend, ebenso wie die Belüftung. Für das KUZ gab es seitens des früheren Besitzers Raffel nie eine Veranstaltungsstättengenehmigung, sondern nur eine gewerberechtliche Genehmigung, die heuer im Herbst ausgelaufen ist. „Mittlerweile sieht es so aus, dass im Grunde seit dem Jahr 2013 keine Veranstaltungen im KUZ seitens der Bezirkshauptmannschaft hätten toleriert werden dürfen, die Haftung hingegen lag und liegt jedenfalls - schon all die Jahre - beim jeweiligen Bürgermeister“, erklärt Deutsch.

„Um in Zukunft weiterhin öffentliche Veranstaltungen abhalten zu können, ist eine neue Bewilligung nach dem Veranstaltungsstättengesetz notwendig“, erklärt Bezirkshauptmann Hermann Prem. Sobald alle Auflagen erfüllt sind, komme es laut Prem zu einer Verhandlung mit der Behörde, „dann werden wir weiter sehen.“

Für viele Vereine kam die plötzliche Sperre des KUZ überraschend

 Der Benefiz-Abend „200 Jahre Stille Nacht“ des Lions-Clubs am 7. Dezember wurde abgesagt, eine Ausweichstätte konnte laut Veranstalter nicht gefunden werden. Auch der Feuerwehrball wurde bereits abgesagt. Die ÖVP weicht mit ihrem Ball in die „Gernot-Arena“ aus.

Während Ortschef Deutsch davon spricht, „nicht das KUZ für Veranstaltungen zu sperren, sondern keine Gesetzesübertretungen mehr zuzulassen“, wirft die ÖVP dem Ortschef vor, „nicht gehandelt zu haben.“

„Der Bürgermeister war über die Frist in Kenntnis gesetzt und hat nicht gehandelt. Wir stellen uns die Frage, ob diese Vorgehensweise geplant ist“, heißt es von den ÖVP-Funktionären, die von schiefer Optik in dieser Causa sprechen, denn „beim Sautanz des UFC war dem Bürgermeister der Missstand bereits schriftlich bekannt. Er war persönlich vor Ort und hat am 10. November noch ein Fass Bier angeschlagen. Da war keine Gefahr in Verzug?“