JES übt Kritik an der „Akutordination“. Bürgerliste befürchtet durch Doppelbelastung der diensthabenden Ärzte Unterversorgung. Das Land hat bereits eine Lösung.

Von Carina Fenz. Erstellt am 11. April 2018 (05:30)
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Seit Anfang April ist auch die Akutordination in der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Jennersdorf geöffnet. In dieser soll in der Zeit zwischen 17 und 22 Uhr vorab abgeklärt werden, ob ein Krankenhausaufenthalt für einen Patienten notwendig ist.

Heftige Kritik von der Bürgerliste

Kritik kommt jetzt von der Bürgerliste JES, die diese Einrichtung als selbstständige Ordination in Spitälern zwar befürwortet, am Beispiel Jennersdorf aber Zweifel übt. In der Kritik stehen unter anderem die getätigten Investitionen in den Standort in der Höhe von rund 100.000 Euro. Laut JES wäre die Einrichtung der Akutordination in einer der drei ausgestatteten Arztpraxen in der Stadt wesentlich kostengünstiger gewesen.

Außerdem kritisiert die Bürgerliste JES, dass der diensthabende Arzt, neben der Versorgung von Akutfällen in dieser Ordination, auch als Visitenarzt in den Bezirken Jennersdorf und Güssing im Einsatz ist, „was zur Folge haben könnte, dass ein Patient in der Akutordination keinen Arzt antrifft, wenn der auf Visite unterwegs ist“, heißt es von JES. Im Büro von Landesrat Hans Peter Doskozil, weiß man um diesen Umstand Bescheid und hat bereits reagiert. Sollte der diensthabende Arzt als Visitenarzt ausrücken müssen, wird es als ersten Ansprechpartner vor Ort einen Sanitäter des Roten Kreuzes geben.

„Somit ist eine Erstbetreuung des Patienten gegeben. Grundsätzlich wird das System ‚Akutordination‘ ständig evaluiert. Sollten Veränderungen nötig sein, wird sich das Land denen sicher nicht verschließen“, heißt es aus dem Büro Doskozil. Bevor man aber die Akutordination aufsucht, sollte man unter der 141 Kontakt mit der Landessicherheitszentrale aufnehmen.

„Bislang war der Bezirk Jennersdorf mit zwei Visitenärzten versorgt, jetzt nur mehr mit einem."

Kritik am System kommt auch von ÖVP-Bezirksparteiobmann. „Bislang war der Bezirk Jennersdorf mit zwei Visitenärzten versorgt, jetzt nur mehr mit einem. Wir werden weiterhin für eine vollwertige Akutordination mit zwei Ärzten für den Bezirk Jennersdorf kämpfen. Die ärztliche Grundversorgung muss jederzeit gewährleistet sein“, so Hirczy.