Kaufkraft geht an Steiermark und das Internet verloren. Nur noch 58 Prozent der Einkaufsausgaben werden innerhalb der Gemeindegrenzen getätigt, die Tendenz ist weiterhin fallend. Steiermark zieht meiste Kaufkraft ab.

Von Carina Fenz. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:50)
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Unternehmerstammtisch. Josef Kropf, Reinhard Deutsch, Werner Unger und Diethard Mausser.
BVZ

Eine Analyse des Wirtschaftsjahres 2016 im Auftrag der Wirtschaftskammer hat ergeben, dass nur noch 58 Prozent der Kaufkraft innerhalb der Gemeindegrenzen verbleiben. Im Vergleichsjahr 2009 betrug die Kaufkraft-Eigenbindung noch 71 Prozent. 8,5 der rund 20,7 Millionen Einkaufs-Euro werden außerhalb ausgegeben. 32 Prozent des Jennersdorfer Kaufkraftvolumens fließen nach Fürstenfeld und Feldbach, sieben Prozent in den Internethandel. Die Anziehungskraft der Einkaufsstadt beschränkt sich laut Studie auf den eigenen Bezirk, vor allem bei Gütern wie Lebensmitteln. Das „klassische Marktgebiet“ mit Kaufkraft-Zuflüssen umfasst über 13.000 Personen. Das Volumen des Online-Einkaufs hat sich seit 2009 mehr als verdreifacht.

In Jennersdorf dominiert mittlerweile der Filialhandel mit Fachmärkten und Diskontern, der außerhalb des Stadtkerns angesiedelt ist. Von den 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche liegen nur 14 Prozent in der Innenstadt. Der Filialisierungsgrad liegt mit 59 Prozent über dem Burgenland-Durchschnitt von 55 Prozent.

Eine Kundenbefragung, die Teil der Analyse war, zeigt Stärken und Schwächen auf. „In den Kategorien Parkplatzausstattung und kompetente Fachberatung erreicht die Innenstadt passable Noten. Äußerst kritisch hingegen werden Einkaufsatmosphäre und Warenvielfalt bewertet“, fasst Katharina Bagdy, Regionalleiterin der Jennersdorfer Wirtschaftskammer, zusammen.