Pädagogen-Crashkurs nicht im Burgenland. In den letzten Wochen wurde in der Steiermark über einen 30-Stunden-Kurs für Kindergartenpädagogik diskutiert.

Von David Marousek. Erstellt am 30. Oktober 2020 (04:36)
Sonja Prem versucht auf Probleme aufmerksam zu machen.
Prem

In unserem Nachbarbundesland Steiermark gibt es aktuell einen Mangel an Kindergartenpädagogen. Zwar würde es genügend Absolventen an der BAfEP geben, schlussendlich ergreifen jedoch zu wenige Personen diesen Beruf. Deshalb steht aktuell eine 30-Stunden-Ausbildung zur Debatte, um dem entgegenzuwirken. Das rief Kritik hervor, auch aus dem Burgenland.

„Es reicht damit nicht meiner Meinung nach“

Die angehende Pädagogin Sonja Prem aus Mühlgraben, kritisierte den Vorschlag der steirischen Landesregierung. „Man kann die Ausbildung zwar nicht ganz ohne Vorbildung angehen, aber es reicht damit meiner Meinung nach nicht.“

Laut der angehenden Kindergärtnerin, die in der Steiermark bereits ein Studium zur Volksschullehrerin abschloss, seien drei Gründe ausschlaggebend für die anscheinende Unattraktivität des Berufs: Die Bezahlung, große Kindergartengruppen und das Ansehen. Dennoch entschied sie sich zur Ausbildung. „Mir gefällt der Beruf sehr, es fühlt sich wie ein Auftrag an. Ich möchte meine Werte weitergeben und auch irgendwann nach Jennersdorf zurück“, erklärte Prem.

Im Burgenland sei die Situation laut Landesregierung deutlich entspannter. Die Abteilung 7 für Bildung, Kultur und Gesellschaft, teilte auf BVZ-Anfrage folgendes mit: „Mit Blick auf die konkrete Situation in burgenländischen Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen kann zurzeit von keinem Personalmangel gesprochen werden. Ein sogenannter „Crashkurs“ ist nicht angedacht.