Rezept namens Dr. Rogenhofer: Kassenstelle besetzt

Erstellt am 24. November 2022 | 05:33
Lesezeit: 4 Min
Im Bezirksvorort hat man vor drei Jahren dem Ärztemangel den Kampf angesagt. Endlich war man jetzt erfolgreich. Mit Dr. Rosa Rogenhofer soll in Jennersdorf die medizinische Unterversorgung ab April 2023 ein für allemal der Vergangenheit angehören.
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Sie ist 30 Jahre jung und Ärztin für Allgemeinmedizin: die Rede ist von Rosa Rogenhofer, die im April des nächsten Jahres ihre Kassenpraxis im Jennersdorfer Gesundheitszentrum eröffnen wird.

Die Freude ist der begeisterten Ärztin ins Gesicht geschrieben, als sie zu Wochenbeginn gemeinsam mit Hausherr OSG-Obmann Alfred Kollar und Bürgermeister Reinhard Deutsch die frohe Botschaft überbrachte. Die Suche nach einem dritten Kassenarzt für den südlichsten Bezirksvorort des Landes gestaltete sich in den letzten Jahren als wahre Mammutaufgabe.

Drei Jahre Einsatz und eine Expertengruppe

Die medizinische Unterversorgung in der Stadt ist dementsprechend Programm geworden. Ein Umstand, dem man nicht länger zuschauen wollte, der aber Zeit brauchte, erklärt Ortschef Reinhard Deutsch.

„Seit drei Jahren bemühen wir uns intensiv darum, diese Stelle zu besetzen und letztendlich ist es dem Idealismus von einer Expertengruppe gelungen, ein Rezept für den Ärztemangel zu finden“, so Deutsch. Dem sind einige nächtliche Sitzungen vorausgegangen. „Was wir brauchten, war schnell klar, aber einfach war es nicht“, blickt der Ortschef in die Vergangenheit zurück.

„Jetzt bin ich einfach nur unendlich dankbar, dass wir mit Dr. Rogenhofer eine Ärztin gefunden haben. Wir wissen das zu schätzen“, erzählt Deutsch weiter, der sich bei der Expertengruppe für ihren Einsatz bedankt.

„Was wir brauchten, war schnell klar, aber einfach war es nicht
Reinhard Deutsch, Bürgermeister

Apropos Expertengruppe: diese war mit Dr. Heimo Salzwimmer, Dr. Vera Tajmel, Josef Glantschnig, Oliver Stangl, Christina Wagner-Hornicek und Ruth Ferschli auch mit Protagonisten, die allesamt aus dem Gesundheitsbereich stammen, hochkarätig besetzt. „Dieser Einsatz hat sich mittlerweile auch schon über die Bezirksgrenzen hinweg gesprochen und wird von vielen Gemeinden als beispielhaft bezeichnet“, freut sich Deutsch.

Versorgung auf erträgliches Niveau heben

Jener Einsatz hatte nur ein Ziel und das war, die medizinische Versorgung in der Stadtgemeinde Jennersdorf auf ein erträgliches Niveau zu heben, findet Oliver Stangl klare Worte. Ab Feber 2021 gab es regelmäßige Treffen der Gruppe, um Wege zu finden, den Ärztemangel zu lösen. „Hier ist es um die Standortfrage gegangen, aber auch darum, wie wir aus der Sicht von Medizinern zu Ärzten kommen“, erklärt Stangl.

Ein Dankeschön für die viele Freizeit, die man mit der Suche nach Allgemeinmedizinern verbracht hat, gibt es auch von Dr. Heimo Salzwimmer. „Jeder war ein wertvoller Teil dieser Entwicklung“, ist der Internist überzeugt.

Letztendlich war es eine Verkettung von Zufällen, die Rosa Rogenhofer nach Jennersdorf geführt hat, wie sie selbst erzählt. Im Zuge ihrer Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin legte die gebürtige Niederösterreicherin einen Zwischenstopp im GesundheitsNetzwerk Raabtal in Minihof Liebau ein. Eine Kassenstelle zu übernehmen hätte sie sich noch vor kurzer Zeit nicht vorstellen können.

„Ich liebe meinen Beruf und lebe meinen Beruf mit großer Leidenschaft. Da ich aber nicht die klassische Einzelkämpferin bin, war der Wunsch eine Ordination zu eröffnen nicht riesengroß. Da eine Stadt aber so ernsthaft und engagiert dem Ärztemangel den Kampf ansagt und ich so herzlich empfangen und unterstützt werde, fühlt es sich richtig an, diesen Schritt zu tun“, erklärt die Medizinerin, die noch auf der Suche nach MitstreiterInnen in Form von OrdinationsassistentInnen ist.

Damit die Ordination im April auch in neuem Glanz erstrahlt, hatte auch die OSG ihre Finger im Spiel. „Das Gesundheitszentrum mitten im Zentrum war die richtige Adresse für dieses Vorhaben. Als es vor 14 Jahren an die ersten Planungen für das Haus ging, war es unser Ansinnen, es mit Ärzten zu füllen, um einen Teil für die Gesundheitsversorgung der Stadt zu tun. Heute können wir sagen, dass das gelungen ist“, erklärt OSG-Obmann Alfred Kollar.

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