Volles Haus bei Lesung in der Stadtbücherei. Über 150 Personen waren bei der Lesung und Diskussionsrunde zum Buch „Aasplatz“ von Manfred Wieninger in der „Arche“.

Von David Marousek. Erstellt am 20. März 2019 (04:00)
Marousek
Gut besucht war die Lesung aus dem Buch „Aasplatz“ mit anschließender Diskussionsrunde in der „Arche“ in Jennersdorf.

Veranstaltet wurde die Lesung und Diskussionsrunde von der Stadtbücherei Jennersdorf. „Ich bin völlig geflashed, mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet“, freute sich Petra Werkovits, die zusammen mit Joe Posch über das historische Thema recherchierte.

Im Buch geht es um ein historisch belegtes Massaker in Jennersdorf an 29 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs. Die Leichen der Arbeiter wurden damals auf dem „Aasplatz“, also dem Platz für Tierkadaver, versteckt. Heute findet man dort das Biotop des BORG-Jennersdorf.

Im Buch geht es um die Anzeige von Anna Koinegg gegen den Vater ihres Kindes und Mittäter am Mord an den Arbeitern. Auch wenn das vorgestellte Buch ein Roman ist, wurden dennoch echte Gerichts- und Verhörprotokolle verwendet. „Was mich an meinem Buch ärgert, ist die Tatsache, dass ich viel über die Täter schreiben kann, aber nichts über die Opfer. Wir wissen einfach nichts über sie“, sagt Autor Manfred Wieninger.

„Was mich an meinem Buch ärgert, ist die Tatsache, dass ich viel über die Täter schreiben kann, aber nichts über die Opfer. Wir wissen einfach nichts über sie"

Die Tat an sich konnte gut rekonstruiert werden. „Drei betrunkene Männer der Waffen-SS schossen auf die Arbeiter. Jennersdorf war aber sicher kein Einzelfall“, erklärt Wissenschaftlerin Eleonore Lappin-Eppel, die ein Buch über Zwangsarbeiter in Österreich verfasste.

Geschlossen wurde die Diskussionsrunde mit einer Rede von Lutz Popper, Vize-Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Graz, der zu weniger Hass aufforderte.