Vossen auf der Suche nach Lehrlingen

Erstellt am 17. Februar 2022 | 05:43
Lesezeit: 3 Min
Das Jennersdorfer Traditionsunternehmen Vossen sucht verzweifelt nach Lehrlingen. Während man früher 26 Lehrlinge gleichzeitig ausbildete, sind es aktuell drei.
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Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich so einiges getan. Direkt mitbekommen hat das auch der Textilerzeuger Vossen in Jennersdorf, denn praktisch seit diesem Zeitpunkt gehen dem Unternehmen die Lehrlinge aus. „Das kam mit Corona. Zu besten Zeiten hatten wir 26 Lehrlinge gleichzeitig und sogar die Lehrlingsakademie im Haus abhalten können“, erinnert sich Manuela Siegl, Personalleiterin von Vossen.

Prämien, Führerschein und Dienstwohnungen

Aktuell sind es sogar nur noch drei Lehrlinge. „Wir können aktuell auch nicht in die Schulen gehen, um dort Schülerinnen und Schüler zu überzeugen“, so Siegl. Im Moment bietet Vossen gleich sieben verschiedene Lehren an und bei allen Stellen würde man sich bis zu vier Lehrlinge erhoffen. Dabei sei laut Siegl das Angebot während und nach der Lehre sehr attraktiv: „Es ist unser Markenzeichen, dass wir nach der Lehre die Lehrlinge fix übernehmen. Wir haben deutlich mehr Angebot als Nachfrage. Zusätzlich gibt es bei uns Prämien für gute und ausgezeichnete Erfolge, den Besten zahlen wir auch den Führerschein.“

Zusätzlich gäbe es bei Bedarf noch Dienstwohnungen mit eigener Küche, die Vorbereitungskurse für die Lehrabschlussprüfung werden vom Unternehmen bezahlt und bei den Büro-Jobs sei Home-Office möglich.

„Das waren damals noch andere Zeiten“

Einer der Vossen seit Ewigkeiten kennt, ist Manfred Eckhardt. Im August ist der Textiltechnologe – früher hieß sein Beruf noch Textilmechaniker – 35 Jahre bei Vossen angestellt. Vom Lehrling bis zum Leiter der Weberei. „Das waren damals noch andere Zeiten, vor allem technologisch. Mein Papa war auch schon bei Vossen und auch Geschwister von mir“, erinnert sich Eckhardt. Am liebsten hätte er in jedem Jahr zwei Lehrlinge, die er zu „Führungskräften“ ausbilden könne.

„Das ist unser Ziel, wir wollen keine Fließbandarbeiter ausbilden. Im letzten Jahr haben wir eine Million Euro nur in Maschinen in der Weberei investiert“, schwärmt Eckhardt von der Zukunftsträchtigkeit seines Berufsstandes. Für viele Jugendliche sei es schwer zu greifen, was man als Textiltechnologe arbeitet: „Keiner googelt heute, wie eine Strickmaschine aussieht.“ Auch sein Kollege Bernhard Pendl, der unter anderem für die Färberei zuständig ist, hofft auf einen Zuwachs der 172 Mitarbeiter am Standort Jennersdorf: „Wir haben hier alles modernisiert.“

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