Wirbel bei Boxmark: Standort vor Aus?. Betriebsratsvorsitzender sieht den Standort Jennersdorf auf Dauer in Gefahr. Unternehmen dementiert Kündigungen.

Erstellt am 05. September 2017 (15:45)
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Boxmark

In der Vorwoche wurde bekannt, dass die Firma Boxmark, die in Jennerdorf rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, die Zurichtung ins Werk nach Feldbach verlegen möchte. Davon betroffen sind laut Betriebsratsvorsitzenden Reinhard Mund „in naher Zukunft 150 Arbeitsplätze“.

40 Mitarbeiter wurden nach Feldbach geschickt

„Aktuell sind 40 Mitarbeiter nach Feldbach geschickt worden, diese wurden bereits in der Steirmark bei der Krankenkasse angemeldet. Die Informationen seitens des Unternehmens sind undurchsichtig. Fest steht aber, dass die Aufträge deutlich weniger sind“, sagt Mund, der vor zwei Wochen von der Firmenleitung darüber informiert wurde.

Auf Nachfrage der BVZ will die Firma Boxmark davon nichts wissen. „Es gibt keine Kündigungen, sondern nur für einige Mitarbeiter eine Veränderung hinsichtlich des standörtlichen Arbeitsplatzes (einige Mitarbeiter kommen von Feldbach nach Jennersdorf und umgekehrt). Auch bestehende Fahrgemeinschaften bleiben aufrecht“, heißt es aus dem Unternehmen.

Als Grund gibt das Unternehmen an, dass „mit den Änderungen eine Konzentration von fertigungstechnischen Kompetenzen angestrebt wird, beziehungsweise zwischen den Standorten Feldbach und Jennersdorf erreicht werden soll.“ Durch diese Maßnahme soll die auftragsbezogene Reaktionsfähigkeit und Vertriebslogistik gegenüber den Kunden optimiert werden. Dies diene auch der weiteren Standortsicherung.

Wie sieht die Zukunft für den Standort Jennersdorf aus?

Kritik kommt hingegen von Mund: „Das ist der Beginn eines Prozesses, der längere Zeit dauern wird, der aber darauf hinausläuft, dass es mit dem Standort Jennersdorf kontinuierlich nach unten gehen wird.“

Rechtlich gesehen können die Mitarbeiter gegen diese Unternehmensentscheidung nichts unternehmen. „In den Arbeitsverträgen sind beide Standorte als Dienstorte angegeben“, weiß Mund. Für die Stadt würde ein Abzug von bis zu 150 Mitarbeitern Einbußen bei der Kommunalsteuer um bis zu 40.000 Euro bedeuten, „davon gehen wir jetzt aber nicht aus“, meint Bürgermeister Bernhard Hirczy.