Zsifkovics zu Pfarrerwechsel: „Sonne nach Gewitter“. Bischof Ägidius Zsifkovics übergab Franz Brei die Stadtpfarre Jennersdorf. In seiner Rede sprach der Bischof auch über die Woche seit Bekanntgabe des Pfarrerwechsels.

Von David Marousek. Erstellt am 13. September 2020 (05:31)

Der gebürtige Vorarlberger Franz Brei wurde am vergangenen Sonntag offiziell zum Stadtpfarrer von Jennersdorf ernannt. Er folgte damit auf Norbert Filipitsch, der nach Pinkafeld abwanderte.

Bischof Ägidius Zsifkovics nahm in seiner Rede einen Rückblick auf die vergangenen Wochen, seit der Pfarrerwechsel bekannt wurde:„Es gab vor diesem Tag ein Gewitter, jetzt scheint aber die Sonne.“ Der Bischof machte darauf aufmerksam, dass Franz Brei der Einzige gewesen sei, der freiwillig kam. Außerdem sei die Kirche kein Privatclub, sondern eine Gemeinschaft.

Gemeinschaft brauche Zusammenhalt

„Das, was sich in Jennersdorf in den letzten Monaten abgespielt hat, das hat nicht viel mit einer Gemeinschaft zu tun gehabt. Mediale Kampagnen, Vorurteile, das bringt niemandem etwas. Das baut keine Gemeinschaft auf, sondern zerstört sie nur. Es gibt immer die Verantwortung des Hirten und das habe ich auch mit der Diözesenleitung abgewogen. Es tut weh, wenn einseitig vorverurteilt wird“, fasste der Bischof zusammen. Bei Bekanntgabe des Abgangs von Norbert Filipitsch nach Pinkafeld und der Ankunft von Franz Brei sei es immer wieder zu Anschuldigungen gekommen. Dabei stellte Zsifkovics klar: „Die Kirche Jennersdorf war kein Luisser-Club, kein Filipitsch-Club und soll auch kein Brei-Club werden.“

Brei erinnert sich an Mutter Theresa

Nach seiner offiziellen Ernennung zum Stadtpfarrer wandte sich auch Franz Brei an seine neue Kirchengemeinde: „Wer aufrichtig und ehrlich zu mir kommt, der wird immer meine Hand bekommen. Ein großer Dank geht an Diakon Willi Brunner und sein Team für die Organisation dieses Tages.“ In weiterer Folge bedankte sich Franz Brei auch bei der Feuerwehr und den zahlreichen Vereinen, die über zwei Stunden in der Hitze gestanden hätten. „Wir werden später ein Bier miteinander trinken. Hier gibt es ja das Franz-Josef-Bier. Franz-Bier und Franz Brei, das könnte passen“, lachte der neue Stadtpfarrer herzlich. Außerdem erinnerte sich der neue Pfarrer an eine schicksalhafte Begegnung mit Mutter Theresa, nach der in Jennersdorf ein Altenwohnheim benannt wurde. „Es war eine Fügung, dass ich diese Frau, die auch hier in Jennersdorf war, getroffen habe“, freute sich Brei.

Am 20. Oktober 1982 war die Heilige Mutter Theresa von Kalkutta beim damaligen Pfarrer Alois Luisser in Jennersdorf zu Besuch. Franz Brei traf sie 15 Jahre später, am 13. Mai 1997, in Kalkutta. Dabei begleitete er sie für zwei Wochen durch die Slums und Arbeitsplätze Indiens. Von dort bekam Franz Brei auch eine Reliquie mit, in der sich die Haare von Mutter Theresa und ein Stück ihres Saris befanden. Außerdem fand sich darin ein Schriftstück, von Mutter Theresa selbst verfasst, auf dem „God bless you“ geschrieben stand.

Der singende Pfarrer Franz Brei wurde 2009 durch seine Teilnahme am Grand Prix der Volksmusik in ganz Österreich bekannt.