Fünf Monate im Krankenhaus: Tierarzt Klaus Fischl kehrt zurück

Erstellt am 24. Februar 2022 | 05:48
Lesezeit: 4 Min
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Spätestens Anfang Mai will Klaus Fischl wieder in seiner Königsdorfer Tierarztpraxis stehen und selbst Hand anlegen können.
Foto: Fischl
Seit 29. September war der Königsdorfer Tierarzt im Spital, jetzt ist er die erste Woche wieder zuhause. Nach einem Monat Reha wird Klaus Fischl in seine Praxis zurückkehren.
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Seit 29. September befand sich der Königsdorfer Tierarzt und Kommunalpolitiker Klaus Fischl im Krankenhaus. Nur um die Dauer zu verdeutlichen: In dieser Zeit hatte die Republik Österreich bereits drei verschiedene Bundeskanzler. In dieser Woche konnte er zum ersten Mal nach Hause zurückkehren und wird jetzt dann die einmonatige Reha antreten. Mit der BVZ unterhielt er sich über seinen Krankenstand, den Tierärztemangel im Burgenland und seine Politik-Tätigkeit im Wahljahr.

Wie lange waren Sie jetzt insgesamt außer Dienst?

Klaus Fischl: „Ich war fünf Monate in Graz im Spital. Da bin ich nur zwei Mal ins Freie gekommen. Jetzt bin ich natürlich überglücklich eine Woche zuhause zu sein und dort meine Mini-Ponys und Pferde wieder zu sehen. Da tanke ich jetzt wieder Kraft und Energie, welche ich jetzt eh unbedingt brauche. Konkret war ich von 29. September bis zum 19. Februar im Spital.“

Wie lautete die Diagnose und warum dauerte es so lange?

Klaus Fischl: Es war eine bakterielle Wirbelsäulenerkrankung. Ich habe das ohne eine Verletzung oder einen Unfall bekommen. Eine seltene Geschichte, die sogar in diesem Stadium lebensbedrohlich war.

Ich werde zu 100 Prozent wieder fit werden.
Klaus Fischl, Tierarzt

Es ist leider auch sehr langwierig, es braucht viel Geduld, um vollkommen zu genesen. Ich werde aber zu 100 Prozent wieder fit werden. Jetzt fahre ich für ein Monat auf Reha, Ende März komme ich zurück und werde noch ein Monat pausieren. Dann will ich mit der Kleintierordination wieder starten. Ich brauche diese Pause jetzt aber, nach dem Sommer will ich dann auch wieder in die Pferdepraxis einsteigen, das ist der Plan.“

Wie lief es in Ihrer Praxis in Königsdorf ohne sie weiter?

Klaus Fischl: Meine zwei Tierärztinnen und das restliche Team haben die Kleintierpraxis in vollem Ausmaß weitergeführt. Die Großtiere, hauptsächlich Pferde, hat eine Kollegin in einem kleineren Umfang mitbetreut. Ich bin so dankbar, dass alle meine Praxis so großartig weitergeführt haben. Es gibt nicht nur von mir ein großes Lob, sondern auch von den Tierbesitzern. Meine betreuten Pferdestellen sind jetzt aber auch auf andere Tierärzte in der weiteren Umgebung angewiesen, die nächsten Stellen gehen hier bis Hartberg und Graz. Wir haben hier viele Sportpferde in der Region, die brauchen eine regelmäßige Betreuung.

Mein Arbeitspensum, welches ich vor meiner Krankheit hatte, werde ich aber nicht mehr machen. Ich werde die Praxis aber so organisieren, dass alle Tierbesitzer gut versorgt werden.“

Und wie ging es Ihren Mini-Ponys und Pferden?

Klaus Fischl: „Eine Mitarbeiterin hat sie mitbetreut, meine neue Halle hat auch eine gewisse Selbstversorgung. Das Kutschenfahren geht mir aktuell aber schon stark ab.“

Gibt es im Burgenland einen Mangel an Tierärzten?

Klaus Fischl: „Den gibt es schon, insofern, dass junge Tierärzte oft nicht am Land arbeiten wollen. Ich habe mich ein Jahr lang um Verstärkung in meiner Praxis bemüht, aber niemanden gefunden. Viele wollen in der Stadt bleiben. Probleme gibt es auch mit der Bereitschaft für Wochenend- und Notdienste. Ich bin jetzt seit 20 Jahren fast rund um die Uhr für die Tiere im Einsatz. Ab und zu habe ich über 20 Tage durchgearbeitet und das nicht nur acht Stunden.“

Wie sieht es um Ihr Engagement in der Gemeindepolitik aus?

Klaus Fischl: „In der letzten Gemeinderatsperiode hat sich das Einführen eines Ersatzgemeinderates bewährt. Klaus Mattes ist da permanent für mich eingesprungen. Gemeinsam mit Kurt Bammer hat er die Gemeindearbeit weitergeführt. Wenn ich aber von der Reha wieder zurückkomme, dann werde ich selber wieder aktiv.

Also werden Sie bei der kommenden Wahl wieder antreten?

Klaus Fischl: „Das Ziel ist es wieder als Bürgerliste anzutreten. Das ist aktuell unser Plan.“

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