Ansehen bleibt beschädigt

Carina Fenz über das, was vom Auftritt der Jennersdorfer Amtsärztin auf einer Demo, übrig bleibt.

Erstellt am 28. Januar 2021 | 03:20

Der Auftritt der Jennersdorf Amtsärztin auf einer Corona-Kundgebung hat österreichweit für Aufsehen gesorgt. Die Medizinerin sprach vor den Demonstranten vor Funkstrahlung und einer Corona- und Pharmadiktatur. Das Land Burgenland hat umgehend reagiert und sie vom Dienst freigestellt.

In den sozialen Netzwerken entbrannten logischerweise zahlreiche Debatten. Während die einen, die Ärztin als gefährliche Verschwörungstheoretikerin sehen, gab es von einigen anderen Unterstützung für den „Mut“. Was in der hitzigen Pro-Contra-Diskussion aber oft vergessen wird — freie Meinungsäußerung hin oder her — ist, dass eine Amtsärztin eine wichtige Rolle in der öffentlichen Gesundheitsversorgung von Menschen spielt und sich es schon aus diesem Grund nicht erlauben kann, mit nicht wissenschaftlich fundierte Theorien Angst in der Bevölkerung zu verbreiten.

Auch im Hinblick darauf, die Impfdebatte nicht noch mehr anzufeuern. Was von dem Auftritt letztendlich übrig bleibt? Die Ärztin hat mit ihrem unseriösen Auftritt ihrem Berufsstand und ihrem Arbeitgeber Schaden zufügt. Vor allem aber hat sie ihr Ansehen als Ärztin beschädigt und das gerade in einer Zeit, in der Vertrauen in die Medizin doppelt zählt.