Die Chance auf einen Umbruch. Carina Fenz über den Wahlausgang im Bezirk Jennersdorf.

Von Carina Fenz. Erstellt am 04. Oktober 2017 (04:32)

Der kleinste Bezirk sorgt bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen für die wohl größten Schlagzeilen im Burgenland: Mit Fabio Halb kommt der jüngste Bürgermeister Österreichs aus Mühlgraben, die ÖVP-Hochburg Jennersdorf ist gefallen und in Neuhaus am Klausenbach läuft der „rote“ Reini Mund Langzeitbürgermeister Helmut Sampt (ÖVP) den Rang ab. Noch dazu muss die ÖVP Königsdorf in die Stichwahl. Aber auch wenn es für die „schwarzen Türkisen“ alles andere als rosig ausschaut, gibt es auch gute Nachrichten aus dem ÖVP-Lager, wie etwa den Gewinn der Vizebürgermeister in Mogersdorf, Weichselbaum und Eltendorf.

Auch die SPÖ muss herbe Verluste hinnehmen, drei Vizes sind weg und Bezirkschef Ewald Schnecker verfehlte sein Ziel, den Bürgermeister in Rudersdorf zu holen, klar. Einen Achtungserfolg erzielte die hingegen FPÖ, die in acht Gemeinden den Einzug in den Gemeinderat schaffte – im Gegensatz zu den Grünen, die in Jennersdorf in ein Debakel schlitterten und drei Mandate verloren.

Jetzt sind ohnehin alle Augen auf den Bezirksvorort gerichtet, wo Ex-ÖVPler Reinhard Deutsch für die größte Überraschung am Wahlabend sorgte. Der Wirtschaftsbundobmann — er wurde nach Gründung einer Bürgerliste aus der ÖVP ausgeschlossen — hat mit der Liste JES auf Anhieb sieben Mandate geschafft und zudem Stadtchef Bernhard Hirczy in die Stichwahl gezwungen. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Parteipolitik auf kommunaler Ebene immer mehr in den Hintergrund rückt und unterm Strich einzig und allein die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag gibt. Und am Ende haben alle Überraschungen eines gemeinsam: Die Wähler haben immer recht.