Es geht um die Grundversorgung

Über die Stadt Jennersdorf und das negative Echo für einen dritten Kassenarzt.

Erstellt am 04. März 2021 | 01:59

In der Stadt Jennersdorf ist wieder einmal eine Diskussion um die Besetzung der dritten Kassenstelle für einen Allgemeinmediziner entbrannt. Mit Wolfgang Gangl und Gerhard Hirschlehner hat die Stadt mit ihren etwas mehr als 4.000 Einwohnern momentan nur zwei Kassenärzte. Ein Rechengenie muss man nicht sein, um festzustellen, dass ein Arzt — bei gleicher Aufteilung — rund 2.000 Patienten zu betreuen hat.

Als Unwissender möge man jetzt vielleicht glauben, dass das viel zu viel für einen Hausarzt ist und man sich, wäre man einer der beiden Mediziner, einen dritten Kollegen an der Seite wünschen würde. Nicht so aber in Jennersdorf. Gerhard Hirschlehner hat nämlich damit gedroht, seine Ordination aufzugeben, sollte ein dritter Arzt kommen, denn es sei wirtschaftlich nicht möglich, dass drei Mediziner ihren Platz finden, ohne sich in ‚größte Unkosten‘ zu stürzen. Eine gewagte Aussage, die man als Patient auch schnell einmal in den falschen Hals bekommen kann. Denn immerhin sollte es bei der Ansiedelung von neuen Ärzten nicht ausschließlich um Wirtschaftlichkeit der Mediziner gehen, sondern darum, den Menschen eine gute medizinische Grundversorgung im eigenen Ort zu bieten.