Es mangelt an der Fehlerkultur. Über den nicht enden wollenden Streit in Jennersdorf.

Von David Marousek. Erstellt am 05. November 2020 (03:00)

Ein kurzer Rückblick in die nicht ganz so ferne Vergangenheit. 2017 sprachen sich die neugegründete Bürgerliste JES, die FPÖ und die SPÖ für eine Koalition aus. Drei Jahre später ist vom Frieden nicht mehr viel übrig.

Zwischen JES und FPÖ kracht es in den Gemeinderatssitzungen fast bei jedem Tagespunkt. Wo in anderen Gemeinden keine fünf Minuten für banale Tagesordnungspunkte diskutiert wird, kommt in Jennersdorf das Politikum durch. „Seid ihr dafür, sind wir dagegen“ könnte das offizielle Motto in den Sitzungssälen werden. Fehler eingestehen? Fehlanzeige! Jedes Eingeständnis würde sofort von der Gegenseite ausgenutzt werden.

Bei der letzten Versammlung wurde erneut ein Bild von Vizebürgermeister Josef Feitl hergezeigt, das ihn als König zeigt. Die FPÖ beschwert sich, er habe sich regelmäßig schwer in der Wortwahl vergriffen. Nun taucht ein anonymer Brief auf, der nicht nur Feitl schwer belasten soll, sondern auch einen Keil zwischen ihn und den Bürgermeister treiben soll. Es würde allen Beteiligten in der Jennersdorfer Gemeindepolitik gut tun, sich wieder auf die eigentliche Gemeindearbeit zu besinnen. Auch, um aktuell eine Vorbildfunktion auszustrahlen.