Wahlen gewinnt man mit Stimmen

Über ein historischen Bezirksergebnis und die Folgen für die ÖVP

Erstellt am 29. Januar 2020 | 03:37
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Unfassbar, unglaublich, demütig — drei der Wörter, die nahzu jeder SPÖ-Politiker, angesprochen auf das Wahlergebnis im Bezirk in den Mund genommen hat. Und ja, es ist ein Erdrutschsieg für die SPÖ im Bezirk Jennersdorf geworden. Mit einem Plus von 13,01 Prozent hebt sich die Dosko-Partei als klarer Wahlsieger hervor, nicht nur im Land, sondern auch im Bezirk Jennersdorf, wo sie in allen zwölf Gemeinden stimmenstärkste Kraft wurde und sich auch das Grundmandat sichert. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf die Marke „Dosko“, aber auch dem neu gewonnenen Zusammenhalt innerhalb der Jennersdorfer-SPÖ.

Die ÖVP hingegen hat mit einem Minus von 2,44 Prozent mit Abstand die meisten Parteistimmen im Burgenlandvergleich verloren und für ein Erdbeben gesorgt. Die Strafe — sei es für VP-Wähler gerecht oder nicht — gab es dafür auch von der Landespartei, denn Spitzenkandidat Bernhard Hirczy wird es auch über die Landesliste nicht in den Landtag schaffen. „Vom Untergang des Bezirks“ haben daraufhin einige VP-Sympathisanten gesprochen, die die Strafe VP-Chef Thomas Steiner in die Schuhe schieben. Hätte Steiner nämlich auch in seinem Heimatbezirk kandidiert und nicht nur auf der Landesliste, dann wäre das Mandat in den Bezirk Jennersdorf gewandert. Trotzdem gewinnt man Wahlen nur mit Stimmen und das ist zum Glück auch in der ÖVP so.