Erdbeben für die ÖVP in Jennersdorf. Die SPÖ feiert mit einem Plus von 16,31 Prozent in der Stadt ihren größten Zuwachs im Bezirk und drängt die ÖVP, die auf 31,9 Prozent kommt, erstmals in die zweite Reihe.

Von David Marousek und Carina Fenz. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:06)

Für Stadtchef Reinhard Deutsch (Liste JES) ist es „bezeichnend, dass in der schwarzen Hochburg, wo der Spitzenkandidat herkommt, so ein Ergebnis rauskommt.“

Angesprochen auf das politische Erdbeben für die Volkspartei, fehlen Spitzenkandidat Bernhard Hirczy nahezu die Worte: „Die Verluste sind nicht schönzureden. Persönlich bedanke ich mich bei allen Kandidaten und Unterstützern und Wählern.“

Noch größer, wie bei der ÖVP, waren die Verluste bei der FPÖ. „Die Stimmung ist gedämpft, aber trotz der massiven Verluste, haben wir in der Stadt das beste Ergebnis im Burgenland. Nach den Unruhen im Vorstand (die BVZ berichtete), war das Ergebnis dann doch positiv für uns“, erklärt FPÖ-Kandidat Franz Schenk, der sich aber einen kleinen Seitenhieb auf die Liste JES nicht verkneifen kann. „Der Wahlkampf war bis auf die Liste JES, die gegen uns Stimmung machte, sehr fair“, so Schenk. Für Michael Kristan (FPÖ) ist das Wahlergebnis „nicht so, wie wir es uns gewünscht haben.“

Für die LBL ist die Wahl in der Stadt ebenfalls nicht ganz nach Wunsch verlaufen, aber „der Spatenstich ist trotzdem geglückt, in Grieselstein sind wir auf 6,8 Prozent gekommen“, meint Kandidat Franz Strobl, der von der FPÖ zur Liste gewechselt ist.

Kritische Worte kommen auch von GRÜNEN-Kandidat Milan Nemling, der ein tolles Vorzugsstimmenergebnis einfahren konnte und Petra Eischer auf der Liste überholte: „Die Grünen dürfen mit dem Wahlausgang nicht zufrieden sein - da ist mehr drinnen, selbst wenn es für uns im ländlichen Raum schwer ist, grüne Themen zu positionieren.“