Jennersdorfer BORG-Schüler müssen Handys abgeben. Mit einem besonderen Projekt möchte iNOVA und BORG Direktor Peter Pommer den Schülern wieder die Augen für ihre nähere Umgebung öffnen.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 19. Dezember 2018 (05:55)
Michael Schmidt
Es geht auch ohne Handy - das Projekt zeigt, wie die Pause als Fenster zu den Mitschülern genutzt werden kann.

Fast jeder Jugendlicher im Alter von zwölf Jahren besitzt bereits ein Handy. So können sie rund um die Uhr den Kontakt zu den sozialen Medien halten — was auch mehr als 80 Prozent tun. Diese Fakten wollte Peter Pommer, Schulleiter der iNOVA und des BORG Jennersdorf, nicht hinnehmen. Sein Vorschlag: „handyfreie Wochen“ in der Schule.

Seither ist jede Woche eine andere Klasse an der Reihe. Am Morgen werden die Handys im Direktorzimmer abgegeben, nach Schulschluss können sie dort wieder abgeholt werden. Bei dem Projekt ging es nicht darum, dass die Schüler die Handys im Unterricht benutzen. Dafür gibt es schon länger eine Regelung: auf einem eigenen Ablageplatz werden die Telefone in der Klasse deponiert, in der Pause können sie wieder genommen werden. Und hier lag das Problem: die Schüler schauten in der freien Zeit auf ihre Handys, anstatt miteinander zu kommunizieren.

Zeit zum Tratschen und zum Lachen

Das mutige „Experiment“ läuft nun schon seit sechs Wochen. Und die Resonanz ist fast durchgängig positiv. Da jede Woche eine andere Klasse an der Reihe ist, fühlt sich keiner benachteiligt. Einigen fällt es etwas schwerer, anderen wieder leichter, aber zu schaffen ist die „handfreie Zeit“ für alle.

Tatsächlich kann man nun in den Pausen beobachten, wie wieder mehr kommuniziert und miteinander gelacht wird. Somit ist dem Projekt schon ein großer Erfolg bescheinigt. Ob und in welcher Form es weitergeführt wird, ist noch offen. Bei einem Jour Fix mit den Klassensprechern wird Peter Pommer am Ende der Initiative das Feedback der Schüler erfahren, und auch in der nächsten Schulgemeinschaftsausschusssitzung wird dieses Projekt auf der Tagesordnung stehen. Bis dahin darf sich jede Woche eine andere Klasse auf die direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch freuen.