Sportpark in Jennersdorf ist "beschlossene Sache". Mit dem Verkauf des Kulturzentrums und der Errichtung einer Mehrzweckhalle, sind gleich zwei große Projekte durch den Jennersdorfer Gemeinderat beschlossen worden.

Von David Marousek. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:25)
Bis Jahresende soll die Planungsphase für den Sportpark Jennersdorf dauern, als Baubeginn ist 2021 vorgesehen. Als Standort wurde ein Platz beim Freizeitzentrum gefunden.
Stadtgemeinde Jennersdorf

Die Jennersdorfer Gemeinderatssitzungen erfreuen sich in jüngster Vergangenheit immer größerer Beliebtheit. Im gut gefüllten Saal beim Gasthof Raffel, welcher KUZ-Erwerber Claudio Cocca gehört, war fast kein Platz mehr frei. Der Verkauf des Kulturzentrums, beziehungsweise die gleichzeitige Erwerbung einer Liegenschaft im direkten Umfeld durch die Gemeinde, wurde vom Gemeinderat mehrheitlich angenommen. Die FPÖ und Michael Janosch (ÖVP) enthielten sich der Stimme. Vereinbart wurde außerdem, dass am neuen Grundstück keine Versiegelung von Grünflächen stattfinden soll, anstattdessen unter anderem eine Grünanlage in der Innenstadt. Außerdem sei die Gemeinde nicht mehr dafür zuständig, wen Cocca in das KUZ lässt. „Wir müssen dann keine Haftung mehr übernehmen“, erlärte Vizebürgermeister Josef Feitl (JES).

Mehrzweckhalle am Freizeitzentrum

Als zweiter großer Beschluss stand die Vergabe eines Planungsauftrages für die Mehrzweckhalle (Schwerpunkt Sport) an. Der Standort wurde dabei bereits fixiert: Direkt angrenzend an den Fußballplatz des UFC Jennersdorf, beziehungsweise dem Stocksport-Areal, soll die Halle gebaut werden. „Da ist viel Infrastruktur gegeben und es gibt auch einen Mehrwert für den Sportverein“, erklärt Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES). Dem stimmte auch sein Vize Josef Feitl zu: „Die Infrastruktur ist ein ganz wichtiger Punkt dabei, dass wir auch solche Veranstaltungen, wie sie zum Beispiel der Gernot macht, bei uns machen können. Wir wollen jeden miteinbinden.“

Bis Jahresende soll die Planungsphase dauern, als Baubeginn ist 2021 vorgesehen. Es seien laut Bürgermeister Deutsch auch alle Vereine involviert: „Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Das Ganze wird in die Planungen einfließen.“ Überhaupt stehen verschiedene Ausbaustufen zur Wahl. Je nachdem, ob die Halle „nur“ für internationale Damenturniere im Volleyball verfügbar sein soll oder auch für ein etwaiges Herrenteam. Eine erste Kostenschätzung würde sich laut Plan auf circa sieben Millionen Euro belaufen. Die „große“ Variante auf circa zehn Millionen Euro.

„Landeshauptmann Doskozil hat zugesagt, dass das Land die Haftung übernimmt und wir haben auch schon an das Projekt gebundenes Geld für die Halle bekommen.“

Doch wie soll das Projekt finanziert werden? „Wir müssen unsere ganzen Gelder, also Sport und Freizeit betreffend, da investieren“, erklärt Vizebürgermeister Josef Feitl. „Wir haben uns in diesem Raum mit dem Landeshauptmann getroffen und verhandelt. Er hat zugesagt, dass das Land die Haftung übernimmt und wir haben auch schon an das Projekt gebundenes Geld für die Halle bekommen“, fasst Feitl weiter zusammen. Es soll sich dabei, nach BVZ-Informationen, um eine sechsstellige Summe handeln. Weiters lässt Bürgermeister Reinhard Deutsch sämtliche Fördermöglichkeiten ausloten: „Wenn es finanziell nicht tragbar ist, dann bekommen wir sicher kein Okay von der Gemeindeaufsicht.“

Bedenken bei anderen Fraktionen

Von Ersatzgemeinderätin Karin Hirczy-Hirtenfelder (SPÖ) kamen Bedenken auf: „Es schaut zwar schön aus auf dem Plan, aber wenn man da draußen bauen will, müssen die Obmänner der Sportvereine weiter miteinbezogen werden.“ Noch nicht ganz zufrieden zeigte sich ÖVP-Fraktionssprecher Franz Müller: „Die Sportstätte passt, aber vor allem innen gehört vieles noch verändert. Es muss außerdem eine Kostengrenze festgelegt werden. Wenn alles feststeht, dann steht einer Detailplanung nichts mehr im Wege.“ Franz Schenk (FPÖ) stellte einen Antrag, dass sowohl Wirtschafts-, Finanzierungs- und Marketingkonzept vorliegen müssen. „Der Ansatz ist da, aber das Ganze gehört noch optimiert. Wir brauchen dabei professionelle Hilfe von Fachleuten. Idealerweise auch mit einem Architektenwettbewerb“, erklärte Schenk. Der Abänderungsantrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Angesprochen auf den Standort, fragte Bernhard Hirczy (ÖVP) auch direkt den Obmann des UFC Jennersdorf Helmut Kropf (JES), ob auch der Sportverein damit einverstanden sei. „Ja, das ist er“, fasste sich Kropf kurz. Die Abstimmung für den Planungsauftrag wurde einstimmig angenommen.