Schloss Tabor vor Verkauf. Teile des Kulturvereins drängen auf schnellen Verkauf an jOPERA. Auch ein zweiter Investor zeigt angeblich Interesse.

Von Carina Fenz. Erstellt am 21. Oktober 2016 (09:34)
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Schloss Tabor vor Verkauf NEUHAUS AM KLAUSENBACH |
Das heute älteste Gebäude im Bezirk Jennersdorf war bis 1964 ständig bewohnt. Seit 2015 ist jOPERA Generalmieter des Schlosses.
Carina Fenz

Wie die BVZ bereits berichtete, plant der „jOPERA jennersdorf festivalsommer“ seine Heimstätte, das Schloss Tabor, zu kaufen. Der Kauf soll über eine Stiftung abgewickelt werden, Verträge befinden sich derzeit in Ausarbeitung. Ein erster Vorentwurf wurde bereits übermittelt.

Im Kulturverein brodelt es bereits heftig

Am 19. Oktober findet eine Sitzung des Kulturvereins Schloss Tabor, dem aktuellen Eigentümers des Schlosses, statt (mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Jennersdorfer BVZ). Die elf Teilhaber, fünf davon Gemeinden, sind prozentuell stimmberechtigt. Erst dann will Intendant Dietmar Kerschbaum die Details öffentlich machen.

Im Kulturverein brodelt es aber bereits heftig. Der Grund soll ein weiterer Interessent sein, der ebenfalls Absichten hat, das Schloss zu kaufen. „Völliger Blödsinn“, heißt es von zwei der fünf Bürgermeister, deren Gemeinden beteiligt sind.

Weitere zwei wollen das Interesse eines Schweizer Immobilienmaklers, dem auch das Hotel „Das Eisenberg“ gehört, nicht verneinen, vermuten dahinter aber, dass Kerschbaum so unter Druck gesetzt werden soll, um den Verkauf schneller abzuwickeln.

Ortschef sieht Kerschbaum als sinnvollste Lösung

„Die Frist für die Legung des Kaufangebots endet am 19. Oktober und genau da werden wir auch wissen, wie es weitergeht“, erklärt Helmut Sampt, Bürgermeister der Gemeinde Neuhaus am Klausenbach, der eine Veräußerung an Kerschbaum beziehungsweise jOPERA auch als sinnvollste Zukunftslösung sieht, aber dennoch auf einen schnellen Verkauf drängt.

Seit dem Jahr 1997 wurden rund drei Millionen Euro (inklusive Förderungen) in den Erhalt des Schlosses investiert. Die Gemeinden und Teilhaber fordern bei einem Verkauf die von ihnen investierten Summen zurück. Dabei handelt es sich um Beträge zwischen 20.000 Euro und 160.000 Euro, wobei die Stadtgemeinde Jennersdorf die meisten Anteile am Schloss hält. Fest steht bisher nur, dass jOPERA heuer einen Pachtvertrag für fünf Jahre unterschrieben hat. Bis dahin ist die Nutzung des Schlosses auch gesichert.