Ein KUZ für den Bezirk Jennersdorf. Das Land erwirbt das Schloss Tabor um 850.000 Euro. Der Weg für eine Sport- und Vereinsstätte in der Stadt Jennersdorf scheint damit geebnet.

Von Carina Fenz. Erstellt am 07. August 2019 (04:29)
Den Kauf des Schlosses verkündeten Hans Peter Doskozil und Dietmar Kerschbaum mit den Bürgermeistern des Bezirks.
C. Fenz

Das Land hat über die BELIG das Schloss Tabor um einen Kaufpreis von 850.000 Euro der EFIS-Stiftung abgekauft. Das Schloss wird damit zu einem eigenständigen Landes-Kulturzentrum. Generell gehe es auch darum, Standorte und Betriebe in die Kulturbetriebe Burgenland (KBB) einzubringen oder mit ihnen Kooperationsvereinbarungen zu schließen. Das soll gemeinsames Auftreten im Marketing, Ticketing und im Vertrieb erleichtern und grundsätzlich zu einer zielgenauen Abstimmung führen.

„Unterm Strich werden sich unsere Festivals und Kulturstandorte dann noch besser in Szene setzen können – mit allen damit verbundenen positiven Effekten auf den Tourismus und die regionale Wirtschaft“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

„Das Schloss Tabor ist ein Ort der Begegnung und kulturellen Besinnung geworden und kommt nun in eine noch bessere Hand und wird nicht privatisiert. Dieses ‚Kind‘ ist in den letzten Jahren groß geworden. Nun ist mit der KBB alles in einer kontrollierten Einheit - und es ist sehr wichtig, dass wir auch die Gemeinden des Bezirks weiter mit an Bord haben“, zeigt sich jOPERA-Intendant Dietmar Kerschbaum erleichtert.

Kerschbaum bleibt als Intendant

Er selbst bleibt Intendant, die Produktion für das nächste Spieljahr für „Die lustige Witwe“ ist in Vorbereitung. „Die Mitarbeiter des Trägervereins jOPERA werden von den KBB übernommen“, sicherte Doskozil zu. Besonders zufrieden mit der Lösung zeigt sich auch Jennersdorfs Bürgermeister Reinhard Deutsch, auch wenn die Pläne für eine Übernahme des baubehördlich gesperrten Kulturzentrums im Bezirksvorort vom Land, damit vom Tisch sind. Eine aufwendige Sanierung des Gebäudes in Millionenhöhe ist damit kein Thema mehr.

„Es gibt ein klares Bekenntnis zum Bau einer Veranstaltungshalle in Jennersdorf. Da bin ich mit dem Landeshauptmann in konstruktiven Gesprächen über eine Unterstützung. Es soll vorrangig eine Sport- und Vereinsstätte sein. Ich hoffe, dass wir das Projekt gemeinsam umsetzen können“, betonte Deutsch. „Darüber herrscht dem Grunde nach Einvernehmen, auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt“, bestätigte Doskozil.

Die zwölf Gemeinden des Bezirks unterstützen den Kulturbetrieb auf Schloss Tabor auch weiterhin. Die Jahresbeiträge bewegen sich zwischen 1.000 und 11.000 Euro. „Der Kauf des Schlosses durch das Land bedeutet einen Schub für die Region“, freute sich der Neuhauser Bürgermeister Reinhard Jud-Mund.