Biber trotz Verbot erschossen

Nach dem Jahreswechsel wurde in der Nähe des Wasserkraftwerks ein erschossener Biber angespült. Vom Täter fehlt jede Spur.

Erstellt am 14. März 2021 | 05:56
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Symbolbild
Foto: WildMedia/shutterstock.com

Eigentlich sind die Biber streng von der Jagd geschützt. Im Jänner wurde jedoch ein eindeutig erschossener Biber am Wasserkraftwerk entlang der Raab angespült. „Das ist schon etwas her, aber er wurde eindeutig angeschossen, das haben wir beim Röntgen gesehen“, erklärt der Königsdorfer Tierarzt Klaus Fischl.

Es soll sich dabei um einen Durchschuss des Herzens gehandelt haben, leiden musste das Tier nicht. Dennoch ist der Abschuss, sofern nicht von den Behörden genehmigt, illegal. „Ich musste einen Bericht schreiben, der ging dann anschließend zur Polizei“, führte Fischl weiter aus.

Bezirkshauptmannschaft bekam keine Meldung

Bezirkshauptmann Hermann Prem konnte den Eingang einer Anzeige auf seiner Behörde nicht bestätigen: „Ich habe davon noch nichts gehört.“ Biologe Joachim Tajmel, der selbst vor Ort war, erklärt warum: „Ich habe das nur der Polizei gemeldet, werde aber die Bezirkshauptmannschaft informieren.“ Als naturgeschütztes Tier, sei ein Abschuss des Bibers nie erlaubt, komme jedoch gerüchteweise immer häufiger vor. Mit der Polizei gab es anschließend auch eine Tatortbegehung. „Das war sehr gut ausgeführt von der Polizei. Die Kugel, die den Biber tötete, war wohl Jagdmunition“, erklärte Tajmel.

Vom Täter fehlt aktuell jede Spur. Viel Hoffnung auf Aufklärung macht sich Naturliebhaber Joachim Tajmel jedoch nicht. Auch weil aktuell die Gasthäuser zu sind: „Normalerweise würden wir im Gasthaus vielleicht etwas rausfinden, weil dort nach einigen Bieren die Zungen immer leichter werden. Aber das geht gerade ja nicht.“

Vor allem Landwirte haben immer wieder Probleme mit den baumnaschenden Nagetieren. Auch wenn die Rinde der Bäume die bevorzugte Nahrung ist, werden auch immer wieder Maisfelder Opfer der Biber. „Bei uns in Königsdorf passiert es immer wieder, dass sie an den Mais gehen. Das ist halt viel leichter als so ein Baum. Da greifen die Tiere oft gar keine Bäume an, wenn Maisfelder in der Umgebung sind“, erklärt Tierarzt Klaus Fischl.

Verletzter Biber verstarb noch in Arztpraxis

In der Vorwoche verletzte sich außerdem noch ein Biber in Dobersdorf. Jäger meldeten die Verletzung des Nagetieres beim Gemeindeamt in Dobersdorf an, Biologe Joachim Tajmel, die Polizei Königsdorf und Tierarzt Klaus Fischl rückten aus, um dem an der Schulter verletzten Tier zu helfen. Mittels Blasrohr wurde der Biber betäubt und anschließend in die Praxis in Königsdorf gebracht. Leider überlebte das Nagetier mit den markant langen gelben Zähnen die Verletzung nicht. Klaus Fischl führt die Verletzung auf einen Kampf unter Artgenossen zurück: „Leider ist der Biber dann noch verstorben. Die Verletzung dürfe wohl bei einem Revierkampf entstanden sein.“