Neumarkter Pärchen mit mehr als 200 Medaillen

Silvia und Andreas Zotter aus Neumarkt an der Raab sind wohl das erfolgreichste Sportlerpärchen im Südburgenland. Geld verdienen konnten sie damit jedoch nie.

Erstellt am 16. August 2020 | 06:25
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Andreas und Silvia Zotter, die nicht verheiratet sind und nur zufällig den selben Namen tragen, sind zwei Außnahmeerscheinungen. Die beiden Jäger aus Neumarkt holen für den Jagd- und Sportverein Eltendorf eine Medaille nach der anderen.

Mittlerweile wird nicht mehr jeder Bewerb mitgenommen. „Früher haben wir alle Arten geschossen - Compact, Parcour und Trap. Da waren wir von März bis Oktober jedes Wochenende auch international unterwegs“, erinnert sich Andreas Zotter. Seine Lebensgefährtin Silvia erinnert sich besonders an die Trap-Hochburg Italien: „Da waren die Pokale so groß wie ich. Gut, dass ich dort nicht gewonnen habe, der Pokal hätte nämlich nicht in unseren Audi gepasst.“

Begeisterte Schützen seit 1994 und 2003

Eigentlich wollte Silvia immer Polizistin werden. „Ich war aber um einen Zentimeter zu klein. Irgendwann brauchten dann die Eltendorfer eine Schützin für einen Bewerb“, erklärte die Sportschützin den Beginn ihrer Passion. Bereits 1994 begann Andreas mit dem Schießsport. „Ich habe einige österreichische Rekorde aufgestellt. Von 150 Wurfscheiben habe ich einmal 149 getroffen. In vier Disziplinen halte ich noch Rekorde“, fasste Andreas zusammen. Freundin Silvia erreicht bei der Europameisterschaft in Österreich 2018 den sechsten Platz. Doch Preisgeld oder gar die Möglichkeit das ganze hauptberuflich zu verfolgen, dass sei in so einer Randsportart nicht möglich. „Für jeden Wettkampftag gehen rund 100 Euro drauf. Außer einer Medaille kriegt man nichts“, fasst Silvia zusammen. „In einenm Jahr habe ich sieben oder acht Rekorde aufgestellt, aber keinen einzigen Cent dafür bekommen. Es gibt Sportarten, da läuft das anders“, ärgert sich Andreas.

Urlaube werden mit Bewerben verbunden

Wie zeitintensiv das Hobby der Beiden ist, zeigt vor allem die Urlaubsplanung. „Wir haben erst ein Gewehr in Italien reparieren lassen und das dann gleich mit dem Urlaub verbunden“, lachte Andreas. Das sei an der Tagesordnung.Durch die COVID-19-Krise wurde erst klar, dass es noch andere Hobbys gibt. „Ich wusste schon gar nicht mehr, dass es ein Wochenende und ein Fahrrad gibt“, erklärte Andreas.

An der Jagd und dem Schützensport schätzen beide die familiäre Atmosphäre. „Im Jagdleben ist das eine große Familie. Da kannst du zum Steirer oder auch zum Tiroler hingehen und es ist immer gute Stimmung“, fassten beide zusammen. In den Wintermonaten wird jedoch pausiert, vor allem um den Kopf freizubekommen.

Bewerbe im Ausland wollen sich die beiden jetzt nicht mehr antun. Doch mit dem Schießen wollen beide noch lange nicht aufhören. „Ich will solange schießen, wie ich mithalten kann. Der Zweite ist der erste Verlierer“, gab sich Silvia Zotter Kämpferisch. Freund Andreas sieht das ähnlich: „Es steht das messen mit anderen im Vordergrund.“ Das zeitintensive Hobby der Beiden funktioniere nur, weil das Pärchen ähnlich tickt. „Wenn meine Frau nicht so wäre, dann hätte mir eine andere Partnerin wohl sicher den Koffer für die Tür gestellt“, lachte Andreas. Einen gemeinsamen Traum haben die Beiden noch. Zusammen einen Mixed-Bewerb gewinnen. „Das wäre noch ein Ziel, aber die Bewerbe fallen da zufälligerweise immer zusammen“, ärgerte sich Andreas. „Das wird leider immer verschoben, damit wir nicht antreten können“, stimmte Silvia zu.