Petra Eischer studiert an der ältesten Akademie. Die Sankt Martinerin Petra Eischer unterrichtet vormittags auf einer Wiener Privatschule, danach studiert sie an der ältesten Diplomatenschule der Welt.

Von David Marousek. Erstellt am 18. Januar 2021 (06:22)

Vom Südburgenland in die große, weite Welt. Das ist das Ziel von Petra Eischer, grüne Gemeinderätin in Sankt Martin an der Raab. „Ich will zu einer großen, internationalen Organisation, wie zum Beispiel der OSZE“, erklärte sie. Nach ihrem Lehramtsstudium für Geografie und Latein, absolviert sie derzeit an der von Maria Theresia im Jahre 1754 gegründeten Diplomatenschule ihren Master. Damals hatte die Schule noch den klangvollen Namen „K.K. Orientalische Akademie“, heute kennt man die älteste Diplomatenschule als die „Diplomatische Akademie Wien.“

Was man von Cicero noch immer lernen kann

Am Vormittag wird zusätzlich an einer Privatschule in Wien unterrichtet: „Ich wollte eigentlich Vollzeit studieren, aber mich hat der Direktor einer Privatschule angerufen und mich gefragt, ob ich nicht Latein unterrichten wolle. Jetzt bin ich in der Früh in der Schule und fahre dann auf die Akademie.“ Im oft als dröge verschrienen Lateinunterricht, gehe es bei ihr längst nicht nur um Grammatik, sondern auch um demokratische Grundzüge wie von Cicero. „Man muss die Leute gut ausbilden, damit sie eigenständig denken können“, fasste Eischer zusammen.

Vorsitzenden-Wahl steht nun im Mai an

An der Diplomatischen Akademie wurde sie außerdem zur Jahrgangssprecherin ihres Studiums ETIA (Environmental Technolgy and International Affairs), auf Deutsch Umwelttechnologien und internationale Angelegenheiten, gewählt. „Wir wählen jetzt im Mai unsere Vorsitzenden. Unsere Aufgabe ist unter anderem, dass wir Verbindungen zu unseren Alumni halten. Wir haben da Netzwerke zum Beispiel bis zur UNO“, fasste die Sankt Martinerin zusammen.

Zum Studienalltag gehören auch die zahlreichen „Societies“, bei denen verschiedenste Veranstaltungen organisiert werden, was aktuell schwerfällt. „Es gibt da zum Beispiel einen Charityball oder sogar eine Society für Weinverkostung“, erklärte die Gemeinderätin. Verträge würden heutzutage oft nicht im Büro gemacht werden, sondern auf Veranstaltungen mit einem guten Glas Wein.

Als Gemeinderätin will sie dennoch aktiv in ihrer Ortschaft bleiben und so viele freie Tage wie möglich in der Heimat verbringen: „Ich habe meinen Hauptwohnsitz hier und das soll auch so bleiben, weil ich hier ja Leute vertreten möchte.“