Junge Jennersdorferin als perfekte Spenderin

Ein kleiner Junge aus dem Iran darf dank perfekter Übereinstimmung des Blutes von Julia Lorenz weiter hoffen.

Erstellt am 19. November 2020 | 04:57
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Julia Lorenz wurde nach der Typisierung über die Übereinstimmung informiert.
Foto: Julia Lorenz

Als sich Julia Lorenz und ihre Freundinnen 2018 im Güssinger Krankenhaus typisieren lassen haben, ahnte sie noch nicht, dass sie mit ihrem Blut bald ein Leben retten könnte. „Ich habe im Februar einen ersten Anruf bekommen. Die Datenbank für Spender ist ja weltweit und ich war eine wirklich perfekte Spenderin für den Jungen. Da war ich schon perplex“, erinnert sich die junge Jennersdorferin.

Nach München zur Stammzellenspende

Im September gab es dann den zweiten Anruf von der Initiative „Geben für Leben“.

Anschließend musste sie zwei Mal nach München fahren, um dort erst eine Voruntersuchung zu absolvieren und dann noch einmal für die Stammzellenspende. „Das war eine richtige Biologiesitzung bei der Voruntersuchung“, lachte die glückliche Spenderin. Fünf Tage lang musste sie sich selbst zwei Spritzen geben, um den Blutkreislauf für eine Spende anzukurbeln. Anschließend wurde dann durch einen Zugang in beiden Armen das Blut abgenommen. Die Spende dauerte rund zwei Stunden an. In der Zwischenzeit konnte sie sich einen Film ansehen: „Ich hab mir den Schuh des Manitu angesehen“, lachte Lorenz. Mit einer Zentrifuge werden die Stammzellen nach der Abnahme aus dem Blut „gefiltert“. Das ganze Prozedere lief unter ständiger Überwachung ab, sodass nichts passieren konnte. Am selben Tag ging es mit ihren Eltern wieder nach Hause.

An wen das Blut gehen würde, wusste Lorenz damals noch nicht. Erst nach der Spende wurde vermittelt. „Ich wusste nie, an wen das Blut geht, aber dann wurde ich angerufen, dass es an einen kleinen Jungen im Iran geht“, erklärte die Jennersdorferin den Ablauf. Sie habe sich sehr gefreut, mit ihrer Spende ein Leben retten zu können: „Das wird einem dann schon bewusst, dass man so jemandem helfen kann. Ich habe mich darüber sehr gefreut.“ Julia Lorenz ist damit übrigens die 208. Lebensretterin, die über „Geben-für-Leben“ Hoffnung schenken durfte.

Bei der Spende kreuzte die am Tafelberg wohnende Jennersdorferin außerdem an, dass sie für eine Kontaktierung seitens der Familie des Jungen offen wäre. „In zwei Jahren wäre ein Treffen möglich, das wäre wirklich schön“ hofft Julia Lorenz auf ein baldiges Treffen.