Kampf um den Bürgermeister: Alle gegen Einen . Der amtierende Stadtchef Bernhard Hirczy (ÖVP) tritt gegen Reinhard Deutsch (Liste JES) an, der sich die Unterstützung von SPÖ und FPÖ sicherte.

Erstellt am 25. Oktober 2017 (05:39)
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Demonstrieren Einigkeit. JES-Bürgermeisterkandidat Reinhard Deutsch holte sich die Zustimmung von Franz Schenk (FPÖ, l.) und Peter Mut (SPÖ, r.). Die Unterstützung von Hans Niessl für das Wirtschaftsbund-Mitglied Deutsch sorgt übrigens für einigen Unmut in ÖVP-Kreisen.
BVZ, C. Fenz

Wenn in diesen Tagen das Wort „Spannung“ fällt, dann meist in Zusammenhang mit der Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag. Amtsinhaber Bernhard Hirczy (ÖVP) und Herausforderer Reinhard Deutsch (Liste JES) kämpfen um den Stadtchef.

Deutsch sichert sich Hilfe von SPÖ und FPÖ

Die Ausgangslage: Hirczy lag zwar mit 41,4 Prozent im ersten Wahlgang deutlich vor Deutsch (26 Prozent), aber der parteilose Bürgermeisterkandidat hat sich die Hilfe von SPÖ und FPÖ gesichert. Sogar Landeshauptmann Hans Niessl zählt zu den Unterstützern des Wirtschaftsbund-Mitgliedes Deutsch. Das wiederum verstärkt die schlechte Stimmung innerhalb der ÖVP, die sich keinen Gegenkandidaten aus diesen Reihen erwartet hätte, obwohl allgemein bekannt ist, dass Niessl beste Beziehungen zum Wirtschaftsbund unterhält.

Erst Gespräche mit Niessl

„Ein kluger Schachzug“, hört man indessen von vielen Seiten in der Stadt. „Wir waren bei Niessl, um im Falle eines Wahlsieges die zukünftige Zusammenarbeit zu besprechen“, heißt es dazu von Deutsch. Konkret ging es um die Unterstützung für mehrere Projekte (Bau einer Mehrzweckhalle, Fahrverbot durch Rax für Lkw über 7,5 Tonnen, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr), die Deutsch umsetzen will.

Sowohl Franz Schenk (FPÖ) als auch Peter Mut (SPÖ) gaben für den unabhängigen Kandidaten eine Wahlempfehlung ab. In den Tagen vor der Wahl wird Reinhard Deutsch sogar von Vertretern der FPÖ bei Hausbesuchen begleitet.

Viel Gegenwind für Hirczy

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BVZ

Auch Stadtchef Bernhard Hirczy (ÖVP) tourt diese Woche durch viele Haushalte der Stadt, um für sich zu werben. Zuletzt hatte Hirczy durch persönliche Angriffe mit Gegenwind zu kämpfen, einschüchtern lasse er sich davon aber nicht: „Im Gegenteil. Ich will mich weiter für eine erfolgreiche Zukunft der Stadtgemeinde einsetzen und zum Wohle der Bürger und Vereine arbeiten. Unser eingeschlagener Weg ist noch nicht zu Ende und mir ist es ein persönliches Anliegen, diesen Weg, über alle Parteigrenzen hinweg, weiter zu gehen. Wichtig ist mir auch, dass sich die Menschen auf mich als Bürgermeister verlassen können“, erklärt Hirczy.