Zumtobel-Produktion abgezogen, 90 Jobs gestrichen. Nach der überraschenden Ankündigung der Firma Zumtobel, die Produktion und damit 90 Arbeitsplätze aus Jennersdorf abzuziehen, gehen die Wogen hoch. Die BVZ hat die Zumtobel Group, die Landespolitik und das AMS gefragt wie es nun weitergeht.

Von Carina Fenz und Markus Wagentristl. Erstellt am 21. November 2018 (16:05)
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Im Technologiezentrum Jennersdorf werden sich bald weniger Arbeiter einfinden.
zVg

Stellenabbau für Zumtobel eine schmerzliche Notwendigkeit

Bis November 2019 soll die Produktion der LED-Module in Jennersdorf mit 90 Arbeitsplätzen nach Dornbirn und ins serbische Niš werden, ließ ein Sprecher der Unternehmensgruppe verkünden.

„Das Herunterfahren der Produktion und die Anpassung der Beschäftigtenzahl im Tridonic Werk in Jennersdorf ist ein schmerzlicher, aber dringend notwendiger Teil der Maßnahmen, um unser Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.“ Thomas Erath, Geschäftsführer Tridonic

Die gute Nachricht: Die Forschung und Entwicklung soll mit 30 Arbeitsplätzen soll in Jennersdorf bleiben.

AMS wurde erst einen Tag zuvor informiert

Wie Politik und Medien wurde auch das AMS erst am Vortag informiert. Dort wird daher erst einmal die Lage sondiert:

„Aktuell wissen wir aber noch nicht, wie viele Personen, von den 90 Kolportierten, aus dem Burgenland sind. Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.“ AMS-Chef Harald Braun

Die Zumtobel Group versucht hier entgegenzukommen: Man bemühe sich um einen Maßnahmenkatalog, der ein "freiwilliges Abfertigungsprogramm" und die Gründung einer Arbeitsstiftung vorsieht. Deren Aufgabe wird sein, eine "gezielte Aus- und Weiterbildungen anzubieten, um eine rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen".

„Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, den Personalabbau sozial ausgewogen zu gestalten und soziale Härten individuell abzumildern.“ Alexander Tessner, Leiter Personal Zumtobel Group

 

Sollten diese Maßnahmen nicht "im Erwünschten Ausmaß greifen", sichert auch das Land Burgenland seine Unterstützung zu:

"(dann )werden wir seitens des Landes eine eigene Stiftung ins Leben rufen, um für jeden betroffenen Mitarbeiter eine Lösung zu finden - niemand soll auf der Strecke bleiben." Soziallandesrat Norbert Darabos, SPÖ 

 

ÖVP will Strategie für neue Arbeitsplätze

Bild: Josef Siffert

ÖVP-Landtagsabgeordneter Bernhard Hirczy spricht von einem "herben Verlust" durch die Schließung, sowohl für die Stadt als auch die Region. Gerade der südlichste Teil des Burgenlandes habe Betriebsansiedelungen dringend nötig. 

Hirczy kritisert die mangelnde regionale Entwicklungspolitik:

„Leider wurden Arbeitslosenzahlen - bedingt durch Arbeitsplätze in der Steiermark – schön geredet. Jetzt kommt der Boomerang, denn nun geht es um Arbeitnehmer und deren Familien.“ 

SPÖ sorgt sich um Schicksale der Arbeitnehmer

zVg

Dem SPÖ-Landtagsabgeordneter Ewald Schnecker geht es um Soforthilfe für betroffenen Arbeitnehmer und verspricht Hilfe Seitens der Politik:

„Hier geht es um Einzelschicksale der Arbeitnehmer, die jetzt vor große Herausforderungen gestellt werden. In erster Linie ist es jetzt am wichtigsten Hilfestellungen zu bieten und das werden wir tun.“ 

(Dieser Artikel wird laufend um Neuigkeiten ergänzt.)