Rudersdorf

Erstellt am 30. Januar 2019, 06:30

von Carina Fenz

S7: Tourismus als großer Profiteur. Bis 2023 soll das Herzstück der neuen Schnellstraße fertig sein. Die Bauarbeiten bescheren der Region einen Aufschwung.

Prominent vertreten. Mit einer Tunnelanschlagsfeier erfolgte am Samstag der offizielle Start für den Bau des drei Kilometer langen Tunnels Rudersdorf.  |  BVZ

Am Samstag erfolgte der offizielle Start für den Bau des drei Kilometer langen Tunnels in Rudersdorf, übrigens der erste Tunnel im Burgenland. In den kommenden fünf Jahren wird östlich der burgenländischen Gemeinde Rudersdorf das Herzstück der neuen S7 errichtet. Die Herausforderung für die Experten der ASFINAG und die beauftragten Unternehmen ist dabei eine große. Der Bau des Tunnels, der über 1,1 Kilometer im Freiland (offene Bauweise) und über 1,9 Kilometer in geschlossener Bauweise errichtet wird, ist aufgrund der geologischen Verhältnisse besonders schwierig. Bis Ende 2023 wird der Tunnel Rudersdorf aber so wie die gesamte fast 29 Kilometer lange Fürstenfelder Schnellstraße fertig gestellt sein. Die ASFINAG investiert in die neue S7 insgesamt knapp 700 Millionen Euro. Der Tunnel Rudersdorf ist dabei der größte Einzelauftrag — etwa 160 Millionen Euro werden in den drei Kilometer Tunnel plus die anschließende Wanne Ost und die Tunnel-Betriebszentrale investiert.

Für die Region bedeutet die neue Lebensader viel. Vor allem erwartet man sich eine Entlastung der Gemeinden und der Bevölkerung vom Durchzugsverkehr. Durchschnittlich fahren derzeit täglich bis zu 20.000 Fahrzeuge durch die Ortschaften entlang der künftigen S7. Laut Prognose wird der Verkehr bis 2025 auf bis zu 29.000 Fahrzeuge pro Tag ansteigen. „Mit der neuen Schnellstraße sind es nur noch etwa 6.000 Fahrzeuge“, erwarten die Experten. „Die Verlagerung des Verkehrs auf die Schnellstraße bedeutet auch eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmer und die Bevölkerung“, freuen sich die Bürgermeister der Region.

Mit dem Tunnel Rudersdorf sind damit drei wesentliche Teile der S 7 in Bau. Großen Wert legt die ASFINAG im Zuge der Errichtung der Schnellstraße auf ausreichende Ausgleichsmaßnahmen für Flora und Fauna (siehe Infobox links).

Die Baustraße für die S 7 war das erste große Baulos, das die ASFINAG im Dezember 2017 begonnen hat. Auf dieser Baustraße wird der Großteil des Baustellenverkehrs abgewickelt. Sie konnte nach einer Bauzeit von elf Monaten Mitte November 2018 fertiggestellt werden. Dieser Auftrag bedeutete bereits eine Investition von sieben Millionen Euro.

 S7: Tourismus und Wirtschaft profitieren

 Obwohl die Bauarbeiten auf burgenländischer Seite der S7 erst in den nächsten Monaten sichtbar sein werden, merken Wirtschaft und Tourismus einen Aufschwung. Vor allem der Businesspark Heiligenkreuz wird von vielen Unternehmen als profitabler Standort ins Auge genommen. Aktuell sind 16 Unternehmen angesiedelt, die für 436 Arbeitsplätze sorgen. „Immer mehr Unternehmer zeigen Interesse an einem Standort im Businesspark. Die Trasse der S7 verläuft nämlich nur wenige hundert Meter entfernt vom Park und eine eigene Zufahrt bedeutet eine optimale Anbindung zu den Gewerbebetrieben. Durch die leistungsfähige Verkehrsverbindung wird die wirtschaftliche Entwicklung der Region äußerst positiv beeinflusst. Ebenso plant die ASFINAG einen Lkw-Stellplatz in Grenznähe“, freut sich Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig.

Auch auf touristischer Seite kann man bereits jetzt Positives berichten. „Wir haben sehr viele Anfragen von Unternehmen, die Quartiere für die Arbeiter suchen. Vor allem für die privaten Zimmervermieter ist das enorm wichtig. Wir erwarten, dass die Auslastung dadurch für einen längeren Zeitraum — Bauzeit ist bis 2023 — sehr hoch ist“, erklärt Tourismusobmann Herbert Krbeczek. Einige Zimmervermieter sind bereits jetzt für die nächsten Jahre voll ausgelastet.