Anzeigen gegen elf Sportvereine: Mängel bei Trainern

Der Straf- und Meldeausschuss des BFV lud nach dem Herbst diesmal 22 Klubs – elf aus dem Süden – wegen ihrer Trainer vor.

Daniel Fenz
Daniel Fenz Erstellt am 21. Dezember 2016 | 05:13
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Gestraft. Beim ASV St. Martin coachte Harald Lenauer (2.v.r.) von der Außenlinie, Trainer Luka Murk befand sich am Spielfeld. Die nötigen Auflagen wurden aber nicht erfüllt.
Foto: BVZ

Nicht weniger als 22 Klubvertreter mussten in der Vorwoche vor den Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des Burgenländischen Fußballverbandes BFV. Der Vorwurf: Deren Trainer waren mit nicht ausreichender Qualifikation aktiv (siehe weiter unten).

Auch in diesem Jahr wurde (wie auch schon in der Vergangenheit) angezeigt und geprüft. Wer angezeigt hat, ist unbestätigt. Fakt ist aber, wie Sportreferent Manfred Luisser aus Güssing gegenüber der BVZ bestätigte: „Es gibt Bestimmungen vom ÖFB, die wir als Verband überprüfen müssen. Die Trainerqualifikation wird bis zur 1. Klasse vorgeschrieben. Ich bin also zur Überprüfung verpflichtet.“

Anzeige: Dann wird ein Verfahren eingeleitet

Von den 22 Vereinen wurden übrigens Oberwart, Kohfidisch, Kukmirn, Oberschützen, Güssing, St. Martin an der Raab, Bad Tatzmannsdorf, Jabing, Neuhaus am Klausenbach und Goberling aus dem Südburgenland angezeigt. BFV-Sekretär Karl Schmidt: „Die Verfahren gegen Oberwart, Kohfidisch, Kukmirn und Rudersdorf wurden bereits eingestellt. In der Regel wird eine Anzeige gemacht, wenn eine Unregelmäßigkeit beim Verein auffällt. Dann leiten wir ein Verfahren ein.“

Seitens der Klubs stießen die Anzeigen auf wenig Verständnis. Oberschützens Obmann Werner Stecker: „600 Euro sind überzogen, eine Abzocke, einfach ein Witz. Mein Bruder Gerhard Stecker hatte gar nicht mehr damit gerechnet, dass er Trainer bei uns wird. Er absolviert im Jänner 2017 den Fortbildungskurs des Verbands.“

In dieselbe Richtung argumentiert Bad Tatzmannsdorfs Obmann Manfred Bürger. „Ich finde die Strafe nicht gerechtfertigt. Außerdem habe ich keine Ladung bekommen.“ Hier geht es übrigens um 450 Euro, die sich aus 150 Euro pro Monat zusammensetzen (in der 2. Liga beispielsweise wären 200 Euro/Monat zu entrichten).

St. Martin: Kroatische Lizenz reichte nicht...

Der Strafrahmen im Herbst wird mittlerweile höchstens mit drei Monaten kalkuliert (davor waren es noch fünf Monate). Im Bad Tatzmannsdorfer Falle kam somit der volle Zeitrahmen zum Tragen. Bürger: „Diese Strafe ist zu viel.“ Und Hannes Huber, Obmann des USV Neuhaus am Klausenbach, meinte: „Ich finde, das eine Frechheit. Unser Spielertrainer befindet sich in der Ausbildung und hat erst im Herbst damit begonnen. Wir spielen in der vorletzten Klasse, das ist ein ‚Körberlgeld‘ für den Verband.“

St. Martins Obfrau Julia Niederer stellte fest: „Spielertrainer Luka Murk hat uns versprochen, dass er die Kurse im Herbst macht. Dann sind wir aufgestiegen. Ich war ein Jahr Obfrau, Murk verletzte sich und wir mussten das Training selbst koordinieren. Er besitzt die kroatische Trainerlizenz, das war aber ungenügend.“

Von der BVZ Burgenlandliga aufwärts sei das für Niederer vertretbar, doch „wir bekommen in den unteren Klassen so viele Auflagen. Murk engagiert sich bei uns mehr, als einer, der die Lizenz besitzt.“