Wirbel um den „Stoagupf“. Eine neu geschaffene Ruine in Grieselstein soll zu Gäste-Attraktion werden. Kritik kommt jetzt aus der Bevölkerung: Ein drastischer Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet.

Von Carina Fenz. Erstellt am 03. Oktober 2018 (04:10)
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Die Stadtgemeinde hat die Durchforstung des Waldstücks auf den „Stoagupf“ in Auftrag gegeben.
zVg

Der Gemeinderat hat bereits im heurigen Frühjahr ein Konzept zur touristischen Weiterentwicklung des Ortsteils Grieselstein abgesegnet. Das Herzstück des Konzepts, das unter der Federführung von Ortsvorsteher Franz Strobl entstanden ist, soll die Neugestaltung des „Stoagupf“ werden. Der historische Vulkankogel soll durch die Errichtung einer Ruine zu einem Ausflugsziel werden.

Eine kürzlich vom Gemeinderat veranlasste Durchforstung des Waldstücks zum „Stoagupf“ wirft für einige Bürger ein schiefes Licht auf das Projekt. „Die Harvester haben ein Bild der Verwüstung im Wald von Grieselstein hinterlassen. Das ist ein drastischer Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet. Wertholz wurde geschlägert und ganz zufällig ist somit ein neuer Weg zur geplanten Ruine auf den ‚Stoagupf‘ entstanden“, erklärt Klara Palotas-Proschitz. „Völliger Blödsinn“, kontert Bürgermeister Reinhard Deutsch. „Den Weg auf den ‚Stoagupf‘ hat es schon gegeben, da hätte es keinen zweiten gebraucht und die Durchforstung von Käferholz war ein Muss“, rechtfertigt sich der Stadtchef. Palotas-Proschitz sieht auch den weiteren Projektverlauf kritisch.

Erst kürzlich stattgefundene archäologische Grabungen durch das Bundesdenkmalamtes sollten Hinweise auf eine mittelalterliche Festung oder Burg geben. Auch ein Grund, warum diese geplante Ruine entstehen soll. „Diese Hinweise hat es auch bei der letzten Untersuchung nicht gegeben. Die Sage vom versunkenen Schloss bleibt eine Sage“, meint Palotas-Proschitz. „Aus einem Landschaftsschutzgebiet eine Touristenattraktion machen, um dort Veranstaltungen abzuhalten ist eine Farce“, kämpft Palotas-Proschitz weiter gegen das Projekt an.