Heiligenkreuz/Poppendorf: Enteignungen wegen S7-Bau

Drei Enteignungsverfahren werden heute entschieden. Die BVZ sprach mit Josef Gigler, dem ein solches Grundstück gehört.

Erstellt am 04. März 2020 | 05:36
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Gelungen. Die Fahrt auf der S7 ist bereits im Internet möglich
Foto: BVZ

Am heutigen Mittwoch wird in Heiligenkreuz über die Enteignung von insgesamt vier Personen in Heiligenkreuz und Poppendorf verhandelt. Ein Betroffener ist Josef Gigler. „Dem Bau der geplanten Trasse habe ich zugestimmt, aber jetzt wollen sie plötzlich den Bach entlang 15 Meter lang Sträucher setzen“, erklärte Gigler. Die Asfinag stellte ein Ansuchen auf Enteignung, da diese Grundstücke für den Bau der S7, obwohl die Straße einen entfernten Verlauf nimmt, nötig wären. Helmut Hedl, Referatsleiter des Landes zum Thema Verkehrsrecht, klärt auf: „Die Asfinag hat bestimmte Auflagen für die UVP-Ausgleichsmaßnahmen. Es wird sozusagen Natur beeinträchtigt und diese muss auch wieder aufgeforstet werden. Deshalb sind auch Leute betroffen, die nicht direkt an der Trasse sind.“

„Ich hätte sogar den Aufpreis bezahlt“ 

Josef Gigler hätte einen Gegenvorschlag gehabt: „Ich hatte immer ein angrenzendes Grundstück gepachtet gehabt, aber der Besitzer hat das an die Asfinag verkauft. Dann schlug ich vor, dass wir die beiden Grundstücke einfach tauschen und ich den Aufpreis bezahlen würde. Das ging jedoch nicht.“ Man dürfe sich laut dem Heiligenkreuzer nicht alles gefallen lassen. „Wenn die stur sind, dann bleibe ich auch stur“, erklärte Josef Gigler seine Entscheidung, sein Grundstück nicht herzugeben.

Enteignung gesetzlich wohl gedeckt

Rechtlich ist die Enteignung gedeckt. Im Bundesstraßengesetz steht, dass für „die Herstellung, Erhaltung und Umgestaltung von Bundesstraßen“, sowie „bauliche Anlagen“, eine Enteignung möglich ist. Ein gerichtlich beeidigter Sachverständige wird nun die Entschädigungsbeiträge berechnen.