St. Martin an der Raab , Bonisdorf

Erstellt am 06. Februar 2019, 06:14

von Carina Fenz

L116-Problem scheint gelöst. Die vom Land Burgenland in Auftrag gegebene Verkehrsanalyse sieht ein Lkw-Fahrverbot zwischen St. Martin an der Raab und dem Grenzübergang Bonisdorf vor.

Symbolbild  |  Von ssguy, Shutterstock.com

Wie auch schon beim bisher geforderten Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf der L116 (siehe Infobox rechts) ist auch jetzt wieder die Bezirkshauptmannschaft Jennersdorf als entscheidende Instanz am Ball. Konkret ist die Rede von einem Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr, zwischen dem Kreisverkehr L255/L268 (St. Martin an der Raab) und dem Grenzübergang Bonisdorf, um die Orte vom Durchzugsverkehr zu entlasten.

 79 Prozent weniger Lkw-Verkehr

 Zu diesem Ergebnis ist es im Zuge einer vom Land und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit in Auftrag gegebenen Verkehrsanalyse gekommen. Aktuelle Statistiken zeigen, dass rund 70 Lkw-Fahrer pro Tag dieses Straßenstück passieren, um Mautstraßen zu vermeiden. Rund 65 Prozent davon sind Lkws, die aus dem Ausland kommen. „Durch ein Fahrverbot könnten die gefahrenen Lkw-Kilometer in Ortsdurchfahrten im Burgenland um 79 Prozent reduziert werden. Insgesamt würden diese Maßnahmen eine wesentliche Entlastung der Bevölkerung von Lärm und Luftverschmutzung sowie einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit mit sich bringen“, so Landesrat Hans Peter Doskozil.

 „Uns ist es immer um eine Gesamtlösung gegangen und dabei ist die Entlastung aller Gemeinden im Fokus gestanden.“ Bürgermeister Mario Trinkl

 Kommt das Fahrverbot zwischen dem Kreisverkehr L255/L268 (St. Martin an der Raab) und dem Grenzübergang Bonisdorf, „dann hat sich auch für die Gemeinden im Raab- und Lafnitztal alles zum Positiven gewendet“, meint Königsdorfs Bürgermeister Mario Trinkl (SPÖ), der sich genauso wie die Ortschefs aus Eltendorf und Heiligenkreuz gegen ein Fahrverbot auf der L116 ausgesprochen hat.

 Termin der Umsetzung ist noch unklar

 „Uns ist es immer um eine Gesamtlösung gegangen und dabei ist die Entlastung aller Gemeinden im Fokus gestanden. Wichtig ist, dass die Mautflüchtlinge nicht mehr durch die Ortschaften fahren und mit der aktuellen Lösung haben wir das erreicht“, ist Trinkl überzeugt. Ab wann genau das Fahrverbot gelten soll, steht aktuell noch nicht fest. „Die detaillierten Ergebnisse müssen im Zuge eines Behördenverfahrens mit allen Beteiligten erarbeitet werden. Die Bezirkshauptmannschaft führt das Verfahren, wenn dieses abgeschlossen ist, gibt es ein Ergebnis und somit auch eine Entscheidung“, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landerat Hans Peter Doskozil.

Fahrverbot auf der L116 wird trotzdem geprüft

Das geforderte Fahrverbot auf der L116 scheint nun vom Tisch, „weil es auch aufgrund der Tatsache, dass die Mautflüchtlinge dann gar nicht mehr über die Grenze kommen, nicht mehr notwendig sein wird“, so Trinkl. Trotzdem wird das Fahrverbot, so das Büro Doskozil, „im Zuge eines Behördenverfahrens geprüft.“

Auch die Bürgerliste, die sich gegen das Fahrverbot auf der L116 ausgesprochen hat, zeigt sich mit der Alternativlösung einverstanden. „Das war die einzig realistische Option. Trotzdem muss es im Hinblick auf die S7 ein Gesamtverkehrskonzept für den Bezirk geben“, erklärt Christian Schaber.
Apropos S7: Ist die Schnellstraße fertiggestellt, dann „wird die neue Situation beobachtet und beurteilt“, heißt es aus dem Büro Doskozil.

Auch die Bürgerinitiative der FPÖ spricht von einem „ersten Erfolg“. „Wir hoffen, dass diese Maßnahme weiterverfolgt und das Fahrverbot für Schwerverkehr auch auf die anderen von uns angesprochenen Orte ausgeweitet wird“, heißt es von Nationalrätin Petra Wagner (FPÖ).