Therme Loipersdorf will investieren. Um eine weitere Ressource des hochwertigen Thermalwassers zu sichern und die technische Infrastruktur entsprechend neu ausrichten soll eine vierte Quelle gebohrt werden. Zum Beschluss dieser Investitionsmaßnahme wird es Ende August eine Generalversammlung geben.

Von Carina Fenz. Erstellt am 21. August 2019 (04:19)

Der Jennersdorfer Gemeinderat beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung morgen Donnerstag, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit der Therme Loipersdorf. Der BVZ liegen Informationen vor, wonach die Thermalquelle Loipersdorf GmbH & Co KK (TQL KG) in den letzten Jahren Verluste erwirtschaftet hat, die das Eigenkapital zur Gänze aufgezehrt haben. Laut diesen Unterlagen war der Erwerb des Hotels Sonnereich im Jahr 2016 mit erheblichen Anlaufverlusten verbunden.

Die angespannte Ertrags- und Finanzlage in den letzten Jahren führte auch dazu, dass aktuell ein erheblicher Instandhaltungs- und Investitionsbedarf besteht, um die Wettbewerbsfähigkeit der „TQL KG“ zu erhalten. Die mittelfristige Planung der „TQL KG“ weist laut dieser Unterlagen einen unbedeckten Finanzierungsbedarf in der Höhe von rund 3,5 Millionen Euro in den Jahren 2020 und 2021 aus, der auf dringend notwendige Investitionen – insbesondere in Verbindung mit der durchzuführenden Thermalbohrung – zurückzuführen ist. Da die TQL aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, die zur Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen, hat die Geschäftsführung der TQL KG ein Restrukturierungskonzept ausgearbeitet.

Stadtgemeinde Jennersdorf soll mehr Anteile an der Therme erhalten

Ein Teil des Kapitals soll von den Gesellschaftergruppen Gemeinden kommen, wie auch der Stadtgemeinde Jennersdorf, die darüber im Gemeinderat abstimmen wird. Dadurch soll die Stadtgemeinde Jennersdorf mehr Anteile an der Therme erhalten. Seitens der Therme gab man am Dienstag eine Stellungnahme dazu ab. „Nach strategischen Investitionen in die Hotelinfrastruktur der Therme Loipersdorf mit dem Erwerb des Hotels „Das Sonnreich“ will man nun einen weiteren, diesmal infrastrukturell wichtigen Schritt setzen“, heißt es dazu von der Therme.

Man wolle mit der Bohrung einer vierten Quelle eine weitere Ressource des hochwertigen Thermalwassers sichern und die technische Infrastruktur entsprechend neu ausrichten. Die erste der dann insgesamt vier Quellen gleitet nach 50 Jahren sozusagen in den wohlverdienten Ruhestand. Die Kosten von rund 3,5 Millionen Euro sollen durch eine Kapitalerhöhung der Eigentümer finanziert werden.

"Wollen nachhaltige Investition in das Thermalwasser so rasch wie möglich umsetzen"

„Wir tragen auch für die nächsten 50 Jahre Verantwortung und wollen diese notwendige wie nachhaltige Investition in das Thermalwasser, die wohl wichtigste Ressource einer Therme, so rasch wie möglich umsetzen. Dafür ist es auch notwendig Geld in die Hand zu nehmen. Geld, das uns die Therme aufgrund vielfacher touristischer Wertschöpfung ja wieder zurückgibt“, heißt es dazu vom Beiratsvorsitzenden Franz Jost, der intensiv mit allen Eigentümern beraten hat.

Nach intensiven und positiven Verhandlungen hat sich nun innerhalb der Gesellschafter ein Konsortium von Eigentümern für diese zukunftsweisenden Investitionsschritte stark gemacht und wird diese auch mittragen. „Mit der Investition sichern wir uns langfristig die hohen Qualitätsstandards unseres Thermalwassers und die Wettbewerbsfähigkeit der Therme Loipersdorf, von der eine ganze Großregion nachhaltig profitiert“, stellt Thermen-Geschäftsführer Philip Borckenstein-Quirini klar. Zum Beschluss dieser wichtigen Investitionsmaßnahme wird es Ende August eine Generalversammlung geben.