Wasserversorgung: Raabtal will Unabhängigkeit

Das „Untere Raabtal“ möchte sich vom Wasserversorger „Unteres Lafnitztal“ loslösen und hofft auf eine Einigung.

Erstellt am 23. September 2021 | 05:23
Brunnen Wasser Wasserhahn Symbolbild
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Die Gemeinden Jennersdorf, Weichselbaum und Mogersdorf überlegen, ob sie in ihrem Wasserverband „Unteres Raabtal“ eine eigene Aufbereitungsanlage in Wallendorf entstehen lassen. „Wir sind in der Projekterstellung“, erklärte Bürgermeister Josef Korpitsch (ÖVP) am Rande einer Bürgerversammlung im Mogersdorfer Ortsteil Deutsch Minihof. Aktuell werden die drei Gemeinden durch das „Untere Lafnitztal“ in Heiligenkreuz beliefert.

Das könnte sich ändern, denn um rund 1,5 Millionen Euro ist die Errichtung einer eigenen Anlage im Gespräch. Jennersdorfs Bürgermeister Reinhard Deutsch (Bürgerliste JES), dessen Stadtgemeinde 80 Prozent der Anteile am Wasserverband „Unteres Raabtal“ hält (Mogersdorf elf Prozent, Weichselbaum neun Prozent), erklärt warum: „Mit einer eigenen Anlage wären wir unabhängig und keinen Schwankungen mehr ausgesetzt. Auf lange Sicht wäre das eine gute Investition und sorgt für Preisstabilität. Es benötigt dafür aber eine Konsensaufteilung und auch das Land und der Wasserverband müssen zusagen. Erst dann können wir das angehen.“

„Unteres Lafnitztal“ seit 1996 mit Liefervertrag

Richard Vettermann, Geschäftsführer des Wasserverbandes „Unteres Lafnitztal“ bestätigt das Vorhaben und sieht das Projekt gelassen: „Im Februar gab es ein Gespräch mit Wassermeister und Bürgermeister. Grundsätzlich sind das alles langjährige Verträge und wir haben noch nicht verhandelt. Die Richtpreise wurden bereits 1996 verhandelt, da war ich noch nicht dabei. Fakt ist aber, dass das ‚Untere Raabtal‘ in seinen Abnahmemengen um bis zu 100 Prozent schwankt. Eine eigene Anlage wäre für uns aber kein ‚Super-GAU‘. Es würden insgesamt vier Brunnen wegfallen, den Rest unseres Gebiets könnten wir auch weiterhin ohne Probleme abdecken.“

Seit dem Bau des Wasserwerks in Heiligenkreuz 1996 besteht der Liefervertrag zu den drei Süd-Gemeinden.

Aktuell steht der Wasserverband „Unteres Raabtal“ noch ohne Obmann da. Nach dem Rücktritt von Bundesrat Bernhard Hirczy (ÖVP) aus der Kommunalpolitik, entsandte der Gemeinderat Jennersdorf vor zwei Wochen Franz Müller (ebenfalls ÖVP) als seinen Nachfolger in den Verband. Es fehlt jedoch noch an der Wahl eines neuen Obmannes. Müller selbst möchte nicht antreten: „Ich will nicht Obmann werden. Jetzt bin ich neu im Verband und kenne die Abläufe noch nicht alle, da kann ich nicht gleich Obmann werden.“ Wann die Wahl stattfinden wird, ist noch nicht endgültig bekannt. Günter Karner, Obmann-Stellvertreter, will auf jeden Fall nicht antreten: „Ich wollte das damals schon nicht machen.“ Als Favoriten gelten Weichselbaum-Bürgermeister Willibald Herbst und Mogersdorf-Ortschef Josef Korpitsch.